Sandra Grätsch zieht OB-Kandidatur zurück!

 




Beendigung des Wahlprojekts

An dieser Stelle beenden wir unser Wahlprojekt.

Geboren wurde dieses Projekt ursprünglich aus einer Bierlaune heraus. Als bekannt wurde, dass Oberbürgermeister Remelé nicht mehr kandidieren würde, entstand die Idee, ein Wahlprojekt zu starten. Unser Ziel war es, den Bürgerinnen und Bürgern aufzuzeigen, wie der Weg zu einer Kandidatur für ein kommunales Amt aussieht – insbesondere dann, wenn man keiner Partei angehört.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die an mich geglaubt und mich unterstützt haben. Diese Unterstützung war spürbar, sie hat getragen und sie hat Mut gemacht.

Der Abschied von diesem Projekt fällt nicht leicht – und ja, er tut auch ein wenig weh. Umso wichtiger ist es für mich, diesen Dank auszusprechen: für jedes freundliche Wort, jede Unterschrift, jede Ermutigung und jedes Vertrauen.

Wir wollten Transparenz schaffen und Erfahrungen teilen – ehrlich, offen und ohne Beschönigung. Dabei mussten auch wir viel lernen und nicht wenig Frust einstecken. Schnell wurde deutlich, wie schwer es ist, Menschen von ihren Computern wegzubewegen, sie dazu zu bringen, persönlich zum Bürgerservice zu gehen, eine Nummer zu ziehen, sich anzustellen und zu warten, bis sie an der Reihe sind. Gerade in der Weihnachtszeit, wenn niemand Zeit hat, wirkte schon der Anblick einer längeren Schlange im Rathaus abschreckend.

Hinzu kam der sehr begrenzte Zeitraum vom 10.12.2025 bis 19.01.2026 – unterbrochen von Feiertagen, Betriebsversammlungen und Tagen, an denen das Büro geschlossen war. Diese Rahmenbedingungen machten das Projekt zusätzlich schwierig.

Der damit verbundene Papierkrieg erwies sich insgesamt als wenig hilfreich. Gleichzeitig möchte ich ausdrücklich betonen, dass die Unterstützung seitens der Stadt ausgezeichnet war. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben uns engagiert, korrekt und freundlich begleitet. Für bestehende Vorschriften – wie etwa die Regelung, dass Unterstützerunterschriften ausschließlich zu den Öffnungszeiten im Rathaus beim Bürgerservice abgegeben werden dürfen – kann die Stadt selbstverständlich nicht verantwortlich gemacht werden.

Wir haben zahlreiche Aufrufe im Internet gestartet. Darauf folgte viel Zuspruch – aber auch das, womit man heute leider rechnen muss: hasserfüllte Kommentare, immer gleiche, böse, menschenverachtende und unwürdige Äußerungen. Menschen kamen aus ihren Löchern, um genau diesen Hass zu verbreiten.

Und dennoch: Wir haben sehr viel Unterstützung erfahren. Wir durften viele liebe, aufrichtige und mutmachende Menschen kennenlernen. Dafür möchte ich, Sandra Grätsch, mich von Herzen bedanken. Diese Begegnungen haben uns immer wieder aufgebaut und Kraft gegeben.

Gleichzeitig habe ich auch den Hass sehr direkt zu spüren bekommen. Diese Erfahrungen waren ernüchternd und verletzend. Immerhin weiß ich nun, woher mir dieser Hass entgegenschlägt – und wer mir offen feindlich gegenübersteht.

Sicher, auch ich habe ausgeteilt – insbesondere gegenüber Mitbewerbern. Mein Wunsch war es, eine andere, ehrlichere Politik zu vertreten. Doch ich habe sehr schnell gemerkt: Ein Großteil der Bürger möchte offenbar immer wieder dasselbe Blabla hören.

Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine Kandidatur für das Amt der Oberbürgermeisterin zurückziehe. 

Ich überlasse das Feld im Oberbürgermeisterwahlkampf den sogenannten Politprofis – mit ihren immer gleichen Parolen, den immer gleichen Gesichtern und den immer gleichen Versprechungen. 

Ich stehe für das Amt der Oberbürgermeisterin nicht mehr zur Verfügung.

Das Wahlprojekt unserer LiveReportage SW-N-TV ist hiermit beendet.

Ab sofort werde ich mich wieder verstärkt dem widmen, was mir Freude bereitet und wofür ich seit über 30 Jahren arbeite: als Filmemacherin, Journalistin und Medienunternehmerin – immerhin kenne ich jetzt meine Freunde, aber auch meine Feinde.

Sandra Bernadett Grätsch

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