650.000L Klärschlamm laufen aus - Großeinsatz der Volkacher Feuerwehr

 

Fotos - Robin Tschischka, Feuerwehr Volkach.

Volkach Volkach Mit einer ungewöhnlichen Einsatzmeldung wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Samstagmorgen um 4:35 Uhr in die Kläranlage der Stadt Volkach alarmiert. Vor Ort angekommen stellte sich heraus, dass aufgrund eines technischen Defekts circa 300m³ Klärschlamm in den Keller des Gebäudes gelaufen waren. 

Eine unbekannte Menge an Klärschlamm befand sich zu dem Zeitpunkt noch im Faulturm und drückte durch die Schadstelle in den Keller nach. Als Erstmaßnahme wurden mit Gasmessgeräten im Gebäude verschiedene Messungen durchgeführt, um den Methangehalt festzustellen. Dieser stellte sich jedoch glücklicherweise als unproblematisch heraus, da mit Hilfe eines Hochdrucklüfters der Feuerwehr Frischluft in das Gebäude geblasen wurde. Parallel dazu wurden Bürgermeister Heiko Bäuerlein, das Wasserwirtschaftsamt und weitere Fachbehörden über den Vorfall informiert, um alle Maßnahmen gemeinsam abzustimmen. 

Robin Tschischka, Feuerwehr Volkach.


Spezielle Hochwasserpumpen, die sich auch zum Fördern von Schlamm eignen, wurden in Stellung gebracht, damit die schwarze Masse in ein circa 100 Meter entferntes Becken gepumpt werden konnte. Außerdem wurde eine Fachfirma herangezogen, die mit einem spezialisierten Saugwagen unterstützte. Alles in allem dauerten die Pumparbeiten circa acht Stunden, bis der Keller wieder begehbar war. Nach groben Berechnungen wurden insgesamt 650m³ Klärschlamm abgepumpt. 

Als kurz vor 8 Uhr alle Einsatzmaßnahmen getroffen waren, wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr reduziert und ein sechsköpfiges Team blieb zur Betreuung der Stromaggregate und Pumpen vor Ort. Den Vormittag nutzte das Team der Feuerwehrführung, um einen größeren Atemschutz-/Gefahrguteinsatz zu planen, der stattfinden sollte, sobald der Keller wieder betretbar ist. 

Robin Tschischka, Feuerwehr Volkach.


Um 13 Uhr traf sich dann wieder ein Team von über 35 Einsatzkräften und verlegte an die Kläranlage. Zur Absicherung standen auch zwei ehrenamtlich besetzte Fahrzeuge der BRK-Bereitschaft Volkach bereit. Nachdem sich zwischenzeitlich die Gefahren im Keller als unproblematischer als ursprünglich angenommen darstellten, konnte von einem Atemschutzeinsatz abgesehen werden. 

Ausgerüstet mit Chemikalienschutzanzügen und Masken wurde das Team der Kläranlage beim Entfernen der Rückstände im Keller unterstützt, um für eine Begutachtung des Schadens an den technischen Einrichtungen zu gelangen. Im Laufe des Nachmittags konnte dann das gesamte Material abgebaut, vor Ort gereinigt, dekontaminiert und aufwendig desinfiziert werden. Sodass um 15:45 Uhr die Maßnahmen im Rahmen der Gefahrenabwehr der Feuerwehr vor Ort beendet waren. 

Robin Tschischka, Feuerwehr Volkach.


Die Reinigungsarbeiten und die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft im Gerätehaus dauerten noch bis in die Abendstunden. Alles in allem leistete das ehrenamtliche Team der Volkacher Feuerwehr 348 Helferstunden im Rahmen des Einsatzes ab.

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