🎥 Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt




Der Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt ist jedes Jahr der Ort, an dem sich die wichtigen, einflussreichen Menschen dieser Stadt begegnen. Politik, Wirtschaft, Kultur, Kirche, Sport, Bildung – alle kommen zusammen, um das neue Jahr zu begrüßen. Am 11. Januar 2026 füllte sich die Untere Rathausdiele wieder mit festlich gekleideten Gästen, leisen Gesprächen und diesem besonderen Gefühl, dass hier mehr passiert als nur ein gesellschaftlicher Termin.

Ich stand mittendrin, die Kamera in der Hand. Wie so oft war ich gleichzeitig Beobachterin und Teil des Geschehens. Meine Beine meldeten sich schon früh, das lange Stehen forderte seinen Tribut – doch die vielen kleinen Szenen, die sich vor mir abspielten, machten das schnell vergessen: kurze Begrüßungen, vorsichtige Lacher, ernste Blicke, die in diesem Jahr etwas länger verweilten.

Denn dieser Empfang war anders.

Die Stadt Schweinfurt ist finanziell angeschlagen, und das zeigte sich auch am Buffet. Keine große Auswahl, kein üppiges Menü – stattdessen Kartoffelsuppe mit Würstchen. Schlicht, bodenständig, ehrlich. Und sie roch gut. Warm, vertraut, fast tröstlich. Die Gläser waren halb voll, wie so oft im Leben, und erstaunlicherweise passte das genau zu diesem Abend.

Zwischen den Stehtischen wurde leise diskutiert, gelacht, nachgedacht. Trotz aller Sparzwänge war die Stimmung keineswegs gedrückt. Vielleicht, weil gerade in der Reduktion etwas Verbindendes lag. Alle aßen dasselbe, alle standen im selben Raum, alle hörten denselben Worten zu.

Und diese Worte waren in diesem Jahr besonders wichtig.

Oberbürgermeister Sebastian Remelé hielt seine letzte Neujahrsrede. Man spürte, dass sie mehr war als ein Pflichttermin. Es ging um Abschied, um Bilanz – und vor allem um Zukunft. Während die Suppe langsam auskühlte, sprach er von Zuversicht, von Verantwortung, von dem, was Schweinfurt auch in schwierigen Zeiten ausmacht. Die einfachen Speisen standen im Kontrast zu den großen Gedanken, die den Raum füllten.

Ein weiterer stiller Höhepunkt waren die Ehrungen. Mit der Stadtmedaille in Silber wurden Anna Margareta Vogel-Jehli, Johanna Bonengel sowie Irmgard und Wolfgang Pladt ausgezeichnet. Menschen, die sich über Jahre hinweg für diese Stadt engagiert haben – oft im Stillen, aber mit großer Wirkung. Ihre Namen wurden mit Applaus getragen, der ehrlicher klang als jede große Inszenierung.

Ich hielt all das mit meiner Kamera fest. Die Hände, die klatschten. Die Gesichter, die berührt waren. Die kleinen Gesten zwischen den Reden. Es sind diese Momente, die erzählen, wie es einer Stadt wirklich geht.

Am Ende blieb das Gefühl: Es war ein gelungener Empfang. Nicht wegen Luxus oder Glanz, sondern wegen seiner Ehrlichkeit. Schweinfurt hat weniger Geld – aber nicht weniger Hoffnung. Und manchmal reicht eine Schale Suppe, ein paar gute Worte und ein Raum voller Menschen, die an ihre Stadt glauben, um genau das spürbar zu machen.
















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