Wenn du mich vergisst





Wenn du mich vergisst“

Strophe 1
Du sitzt am Fenster, siehst ein anderes Land,
deine Augen reisen zurück an den Rand


von Ortelsburg, von weißen Wegen im Schnee,
wo du ein junges Mädchen warst, stolz und so schee.
Dein Vater im Rock, gerade, geschniegelt, bereit,
deine Mutter in Kleidern aus einer anderen Zeit.
Du sagst: Wir waren wer, und ich glaub dir jedes Wort,
auch wenn dein Heute längst nicht mehr hier ist, sondern dort.

Refrain
Wenn du mich vergisst, bleib ich trotzdem hier,
ich halt deine Hand und verliere dich nicht an mir.
Auch wenn du mich suchst in Gesichtern von früher,
bin ich dein Kind – heute, morgen, immer dafür.
Wenn du mich vergisst, tut es weh, ja so sehr,
doch meine Liebe erinnert sich für uns beide mehr.

Strophe 2
Dann kam der Mann mit dem Bärtchen, kalt wie ein Schnitt,
nahm dir die Heimat, die Würde, Schritt für Schritt.
Flucht über Straßen, mit Angst im Gesicht,
in Forst warst du nichts – man sah dich nur nicht.
Eine Fremde mit Haltung, mit Stolz und mit Mut,
verachtet, doch innen warst du immer noch gut.
Du wolltest lehren, Kinder stark machen fürs Leben,
doch die Zeit hat dir diesen Traum nicht vergeben.

Refrain
Wenn du mich vergisst, bleib ich trotzdem hier,
ich halt deine Hand und verliere dich nicht an mir.
Auch wenn du mich suchst in Gesichtern von früher,
bin ich dein Kind – heute, morgen, immer dafür.
Wenn du mich vergisst, tut es weh, ja so sehr,
doch meine Liebe erinnert sich für uns beide mehr.

Strophe 3
Du liebtest die Sprache, das klare Wort,
Hochdeutsch war Zuhause, egal an welchem Ort.
Ich trug sie zur Schule, sie machte mich fremd,
doch sie war dein Geschenk, das ich bis heute kenn.
In Röthlein ein Haus, Stein für Stein gebaut,
du warst stark, entscheidend, hast selten vertraut.
Man widersprach dir nicht, man folgte dir still,
weil man spürte, dass deine Stärke schützen will.

Refrain
Wenn du mich vergisst, bleib ich trotzdem hier,
ich halt deine Hand und verliere dich nicht an mir.
Auch wenn du mich nennst bei Namen von Geschwistern,
hör ich darin dein Herz leise flüstern.
Wenn du mich vergisst, bricht etwas in mir,
doch ich bleib – denn du bleibst ein Teil von mir.

Bridge
Jetzt lebst du in Räumen, die ich nicht mehr seh,
in einer kindlichen, eigenen Idee.
Ich steh daneben, bin Tochter, bin Sohn,
doch manchmal nur Statist in deiner Erinnerung.
Es tut weh, Mama, dich so zu verlier’n,
die elegante Frau in zerbrechlichem Hier.
Doch vielleicht bist du dort endlich wieder daheim,
und ich darf dich lieben – auch ohne dein Sein.

Letzter Refrain
Wenn du mich vergisst, vergess ich dich nicht,
ich trag deine Geschichte in meinem Gesicht.
Du bist mehr als das, was die Zeit dir nimmt,
du bist jede Stärke, die in mir beginnt.
Wenn du mich vergisst, flüstre ich leis:
Ich bin dein Kind. Ich war es. Ich bleib es. Ich weiß.

Outro
Und wenn du heute wieder fortgehst im Traum,
bleibt deine Liebe hier – und ich halte sie kaum.
Mama, auch wenn du mich nicht mehr siehst,
ich seh dich – so wie du warst.
Und so wie du bist.

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