đŸ”„ 5680 Stimmen – und kein Bus fĂ€hrt daran vorbei! BĂŒrger machen Druck auf Schweinfurt





Heute war ich Sandra GrĂ€tsch persönlich dabei, als  die Unterschriftenlisten des BĂŒrgerbegehrens zur WiedereinfĂŒhrung des alten Stadtbussystems an OberbĂŒrgermeister Sebastian RemelĂ© ĂŒbergeben wurden. Gemeinsam mit den Initiatoren Hartmut Bach und Ines Bender sind wir dazu ins Rathaus gegangen – mit ĂŒber 5680 Unterschriften im GepĂ€ck. Schon bevor wir ĂŒberhaupt im BĂŒro des OBs standen, war die Bedeutung dieses Moments deutlich spĂŒrbar: Das BĂŒrgerbegehren sendet ein klares Signal.

Ein deutliches Zeichen der BĂŒrger – weit ĂŒber das erforderliche Maß hinaus

Insgesamt wurden 6.838 Unterschriften gesammelt. Hiervon sind 5.680 gĂŒltige Stimmen aus der Stadt Schweinfurt, 863 aus dem Umland und 295 ungĂŒltig. Damit wurden die erforderlichen Stimmen um mehr als das Doppelte ĂŒbertroffen – selbst ohne die drei großen Gruppen, die nicht stimmberechtigt sind:

  • SchĂŒlerinnen und SchĂŒler

  • viele Busnutzer ohne deutschen Pass

  • Anwohner aus den Umlandgemeinden, die tĂ€glich auf den Schweinfurter ÖPNV angewiesen sind

Hunderte weitere Menschen hĂ€tten noch unterschrieben – doch schon jetzt liegt das BĂŒrgerbegehren bei rund 150 % ĂŒber dem nötigen Quorum. Dieses Ergebnis zeigt eindrucksvoll, wie groß der Unmut ĂŒber das neue ÖPNV-System ist.

Das Bild vor Ort: Frust, Sorgen – und große Hoffnung

WĂ€hrend wir die Listen ĂŒbergaben, erzĂ€hlten Bach und Bender noch einmal, wie aufgeladen die Stimmung in der Bevölkerung ist. 70 Schweinfurter GeschĂ€ftsinhaber hatten ihre LĂ€den, Praxen, Salons und CafĂ©s fĂŒr das Sammeln der Unterschriften geöffnet. Die Begegnungen dort waren geprĂ€gt von massiver Kritik am neuen Bussystem.

Ich selbst habe in vielen GesprĂ€chen erlebt, wie vor allem Ă€ltere Menschen ĂŒberfordert sind:

  • Bushaltestellen wurden verlegt.

  • LinienfĂŒhrungen geĂ€ndert.

  • Takte ausgedĂŒnnt.

  • Verbindungen komplett gestrichen.

Viele kommen nicht mehr zur Arbeit, nicht mehr zum Arzt, manche nicht einmal mehr zum Einkaufen. Der Alltag wurde fĂŒr hunderte – wahrscheinlich tausende – komplizierter.

Politische Ignoranz sorgt fĂŒr zusĂ€tzlichen Frust

Es hat mich persönlich betroffen gemacht, dass laut den Initiatoren außer Dr. Ulrike Schneider (Initiative Zukunft / ödp) praktisch kein Stadtrat oder keine StadtrĂ€tin an den öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen hat.

Dass BĂŒrger tĂ€glich mit VerspĂ€tungen, Umstiegsproblemen, verpassten AnschlĂŒssen und einem insgesamt ausgedĂŒnnten Angebot kĂ€mpfen, scheint politisch noch immer zu wenig Widerhall zu finden.

VerspĂ€tungen und Taktprobleme: Neue FahrplanĂ€nderung ĂŒberzeugt ebenfalls nicht

Auch die FahrplanÀnderungen, die seit November 2025 gelten, wirken laut den beiden Ingenieuren eher verschlimmernd als verbessernd. Beispiele, die dort angesprochen wurden:

  • Bergl-Linie: Umlaufzeit um 12 Minuten gekĂŒrzt → hĂ€ufig massive VerspĂ€tungen

  • Sennfeld: HĂ€lfte der frĂŒheren Fahrangebote entfallen → Ankunft am Roßmarkt nach der Begegnungszeit → Umstieg kaum möglich

Alles in allem wird weniger geleistet, obwohl das System nicht gĂŒnstiger geworden ist und mehr Busfahrer benötigt werden.

Das macht vielen BĂŒrgern verstĂ€ndlicherweise Angst – und wĂŒtend.

Wie es nun weitergeht

Mit der Übergabe beginnt fĂŒr die Stadt eine einmonatige PrĂŒf- und ZĂ€hlfrist. In der Dezember-Sitzung des Stadtrats entscheidet sich, ob das BĂŒrgerbegehren formal zulĂ€ssig ist.

Parallel gibt es ein GesprĂ€chsangebot der Stadt. Die Vertreter des BĂŒrgerbegehrens sind gesprĂ€chsbereit – aber klar in der Haltung: Die Grundforderung des BĂŒrgerbegehrens bleibt die Leitlinie. Notwendige Anpassungen seien denkbar, aber nur, wenn echte Verbesserungen entstehen.

Sollten die GesprĂ€che keine Lösung im Sinne der Busnutzer hervorbringen, wird – nach ZulĂ€ssigkeitsbestĂ€tigung – ein BĂŒrgerentscheid stattfinden. Er mĂŒsste innerhalb von drei Monaten nach der Stadtratssitzung angesetzt werden.

Die Initiative fordert, diesen mit der Kommunalwahl am 08.03.2026 zusammenzulegen. Alles andere wĂ€re angesichts der Finanzlage der Stadt aus Sicht vieler BĂŒrger nicht nachvollziehbar.

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