Das waren noch Zeiten


https://www.youtube.com/channel/UCXUY7ZedAkeAH1jQBdoihKg/join In einer Zeit, die weit, weit zurückliegt, in einem Universum, das ganz ohne die allgegenwärtigen Bildschirme auskam, da gab es sie noch: die echten Abenteuer. Sie trugen sich nicht in pixeligen, Weiten oder virtuellen Welten zu, sondern direkt vor unserer Haustür. Das waren noch Zeiten! Man stellt sich vor: Kinder, die tatsächlich draußen spielen, ohne dass ihre Eltern per GPS-Tracking überprüfen konnten, ob sie auch ja brav im vorgezeichneten Sicherheitsradius blieben. Wild und frei – das waren wir! Dann kam gestern dieser besondere Tag, der Tag, an dem meine Mutter ihren 91. Geburtstag feierte. Während ich da saß, zwischen den feierlich gedeckten Tischen, die eher an eine Kindergartenfeier als an den Ehrentag einer hochbetagten Dame erinnerten, schossen mir Gedanken durch den Kopf. Erinnerungen an eine Zeit, als das größte technische Wunderwerk ein Radio war, das so groß wie ein kleiner Kühlschrank war und in dem man vermutete, kleine Menschen würden leben und sprechen. „Ach, das waren noch Zeiten“, seufzte ich nostalgisch, während ich durch die Familienfotos blätterte. Da war das Bild, wie ich im Matsch spielte, von einem Bild gefolgt, auf dem ich stolz einen selbstgebastelten Drachen hielt – nicht zu verwechseln mit den heutigen Drohnen. Und dann fiel mein Blick auf das Foto, auf dem ich auf einem Baum saß, ein Buch in der Hand. Ich erinnerte mich, wie ich damals dachte, dieser Baum sei mein Raumschiff, und ich der mutige Kapitän, der neue Galaxien erforscht. In einer Zeit, in der „Streamen“ noch bedeutete, dass man in einem kleinen Bach spielte, und „Likes“ nur von der Oma kamen, die sagte, wie sehr sie den selbst gepflückten Löwenzahnstrauß mochte, waren wir Könige und Königinnen unserer eigenen kleinen Welt. Eine Welt, in der die Fantasie keine Grenzen kannte und jedes Abenteuer nur einen Schritt vor die Tür entfernt war. Mir gehen Gedanken durch den Kopf, Aufnahmen von Kindern, die auf Bäumen klettern, in Bächen stehen und in selbstgebauten Verstecken spielen. „Was wir hatten, war der weite Himmel über uns, die Erde unter unseren Füßen und eine unendliche Welt der Möglichkeiten, die nur darauf warteten, von uns entdeckt zu werden.“ Ich erinnere mich, wie wir uns eigene Spiele ausdachten, die keine Batterien benötigenden, sondern nur unsere Vorstellungskraft, wie ein einfacher Stock zum Schwert eines Ritters, einer Zauberin Stab oder zum Werkzeug eines Entdeckers wurde. „Diese Zeiten lehrten uns, kreativ zu sein, Probleme zu lösen und die Welt mit offenen Augen zu sehen“. Manchmal ist das Einfache, das Unmittelbare, das Authentische das, was wirklich zählt. Und während die jüngeren Familienmitglieder zunächst skeptisch waren, sah ich in ihren Augen bald das gleiche Leuchten, das ich empfand, als ich ein Kind war. So endete der Tag, an dem meine Mutter 91 wurde, nicht nur als Feier eines langen Lebens, sondern auch als Erinnerung daran, dass die wahren Abenteuer nicht in der Technologie, sondern in den Herzen und Köpfen der Menschen liegen. Und dass, selbst in einer Welt, die sich immer schneller dreht und immer mehr vernetzt ist, die einfachen Freuden des Lebens – die Liebe zur Familie, zur Natur und zur Fantasie – zeitlos sind. Das waren noch Zeiten, ja. Aber wer sagt, dass sie nicht wiederkehren können? Zumindest für einen Nachmittag. L.o.G.

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