SCHWEINFURT. Abschied vom KKW


Abschied vom KKW
33 1/2 Jahre ist das Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld in Betrieb und nun ist es genug. Schon im
Vorfeld war der Bau umstritten: es gab Demonstrationen, Unterschriftenaktionen, Klagen,
Resolutionen. Der Atomkonsens gab Hoffnung für kurze Zeit, dann gab es den Ausstieg vom
Ausstieg, wobei die Laufzeit für das KKW Grafenrheinfeld bis 2029 verlängert werden sollte und erst
ein erneuter Super-GAU in Japan bewirkte den nun hoffentlich ernst gemeinten Atomausstieg. Dieser
wird jedenfalls vom Großteil der Bevölkerung begrüßt.
Das KKW Grafenrheinfeld ist seit der Fukushima-Katastrophe das erste von den nun verbliebenen 9
Kernkraftwerken in Deutschland, das vom Netz geht. Das nächste wird voraussichtlich
Grundremmingen B im Jahre 2017 sein. Auch mit dem Abschalten sind die bekannten Risiken und
Gefahren nicht sogleich gebannt, zumal die Nachbetriebsphase sich über Jahre hinzieht und dann erst
nach Erteilung der Genehmigung die Stilllegungsmaßnahmen begonnen werden können.
Und dennoch: Ein erster großer Stein fällt vom grünen Herzen. Viele Mitglieder der Grünen kommen
aus Bürgerinitiativen der Umwelt- und Antiatomkraftbewegung. Viele von ihnen wurden nach den
Ereignissen in Tschernobyl oder Fukushima politisiert. Aber auch ohne die großen Katastrophen stand
für die Grünen von Gründungsbeginn an der sofortige Bau- und Betriebsstopp aller Atomkraftwerke,
sowie ein umfassendes Programm der Energieeinsparung im Vordergrund.
Vor allem haben die Grünen mit ihrem hartnäckigen Eintreten für die Förderung regenerativer
Energien mit dafür gesorgt, dass Alternativen zur Atomenergie diskutiert und gesucht wurden. Hätte
man nur einen Bruchteil des Geldes, welches man in die Förderung der Atomenergie gesteckt hat,
auch in die Förderung und Entwicklung der erneuerbaren Energieformen investiert, wären wir heute
schon sehr viel weiter und hinterließen den kommenden Generationen nicht die Last des Atommülls
und der endlosen und daher peinlichen Suche nach einem Endlager.
Und so ist es für Bündnis 90/Die Grünen Ehre und Freude zugleich, zum Abschaltfest der BA-BI
Schweinfurt am 31.Mai auf dem Schweinfurter Marktplatz einzuladen, an dem sie sich auch tatkräftig
beteiligen. Der Kreisverband in Schweinfurt freut sich ganz besonders auf ihren grünen
Landesvorsitzenden Eike Hallitzky, Kreisrat Walter Rachle, den früheren MdB Hans-Josef Fell und
Bezirksvorsitzender Nicolas Lommatzsch, die bei den AntiAtomTalks eingeladen wurden.
Dort erwartet alle, die mitfeiern wollen, ein vielfältiges Programm mit Musik und Kabarett. Zudem
gibt es Beiträge aus Politik und Bürgerbewegung, Energiewende- und Umweltexperten.
Auch die lieben Kinder dürfen sich auf Spaß, Spiel und Unterhaltungskultur freuen und im
Rathausinnenhof malen, hüpfen, toben und Atommüllfassattrappen entsorgen mit einem Verfahren,
welches die Erwachsenen so hoffentlich nicht nachahmen.






Brigitte Schön
Sprecherin Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen in Schweinfurt

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