Würzburger Hitzetelefon: Wenn ein Anruf mehr bedeutet als nur Hitzeschutz
Bildunterschrift
Foto: Sabine Troll / Stadt Würzburg
Abschlussveranstaltung des Würzburger Hitzetelefons 2026. Hintere Reihe (von links): Dr. Christian Potrawa, Hildegard Mußmächer und Sabina Severin. Vordere Reihe (von links): Claudia Baitsch, Lisa-Marie Köchel und Prof. Dr. Johannes Fischer.
Würzburger Hitzetelefon: Wenn ein Anruf mehr bedeutet als nur Hitzeschutz
Ehrenamtliche ziehen Bilanz – persönliche Gespräche und menschliche Nähe standen im Mittelpunkt
Würzburg. Ein Anruf, ein offenes Ohr und das Gefühl, nicht vergessen zu sein: Das Hitzetelefon der Stadt Würzburg hat in der Saison 2026 weit mehr geleistet, als ältere Menschen über die Gefahren hoher Temperaturen zu informieren. Für viele Angerufene wurden die regelmäßigen Gespräche zu einem wichtigen sozialen Kontakt.
Bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung bedankte sich die Stadt Würzburg bei den ehrenamtlichen Anruferinnen und Anrufern für ihren Einsatz. Dabei wurde deutlich, wie wichtig persönliche Zuwendung gerade für Menschen sein kann, die nur wenige soziale Kontakte haben.
Wenn Menschen auf den nächsten Anruf warten
Claudia Baitsch und Hildegard Mußmächer, beide ehrenamtlich in der Seniorenvertretung der Stadt Würzburg engagiert, berichteten von ihren Erfahrungen.
Baitsch erzählte von zahlreichen persönlichen Gesprächen, in denen es längst nicht nur um Hitze und Gesundheit ging. Oft sprachen die Menschen über ihren Alltag, gemeinsame Interessen oder persönliche Erlebnisse.
Gerade für ältere Bürgerinnen und Bürger, deren Angehörige weiter entfernt wohnen oder sich nur selten melden, waren die Telefonate eine willkommene Abwechslung. Manche warteten bereits auf den nächsten Anruf.
„Sagen Sie denen doch, dass Sie sie behalten sollen“
Auch Hildegard Mußmächer berichtete von der Dankbarkeit der Angerufenen. Entscheidend sei häufig nicht allein der praktische Rat, sondern die Bereitschaft, zuzuhören und Menschen erzählen zu lassen.
Wie belastend lang anhaltende Hitze empfunden werden kann, verdeutlicht die Aussage einer Angerufenen:
„Der Lockdown während Corona war schlimm, aber die Hitze ist noch schlimmer. Während Corona musste man im Haus bleiben, während der Hitze muss man im dunklen Haus bleiben.“
Besonders bewegend war für Mußmächer ein Gespräch zum Ende der Saison. Als sie einer Frau erklärte, dass die regelmäßigen Anrufe nun pausieren würden, kam die spontane Antwort:
„Sagen Sie denen doch, dass Sie sie behalten sollen.“
Ein Satz, der deutlich macht, wie viel ein regelmäßiger persönlicher Kontakt bedeuten kann.
Hitzeschutz ist auch eine soziale Aufgabe
Die Erfahrungen der Ehrenamtlichen zeigen, dass das Hitzetelefon nicht nur Informationen zum richtigen Verhalten bei hohen Temperaturen vermittelte.
Die Gespräche boten Aufmerksamkeit, schufen Vertrauen und halfen dabei, soziale Isolation zumindest zeitweise zu durchbrechen.
Mit der Abschlussveranstaltung würdigte die Stadt Würzburg das Engagement aller Freiwilligen, die während der Sommermonate zum Telefon griffen und sich Zeit für ihre Mitmenschen nahmen.
Mitmachen beim Hitzetelefon 2027
Wer das Hitzetelefon in der kommenden Saison nutzen oder selbst ehrenamtlich Anrufe übernehmen möchte, kann sich bereits beim Pflegestützpunkt der Stadt Würzburg informieren.
Kontakt: Pflegestützpunkt Stadt Würzburg
Telefon: 0931 / 20781413
E-Mail: pflegestuetzpunkt@stadt.wuerzburg.de
Quelle: Stadt Würzburg, Presseinformation vom 2. November 2026.

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