Impfung gegen Parkinson? Würzburger Forscher arbeiten an neuem mRNA-Ansatz
Bild: Prof. Mathias Munschauer (links), Junior-Professorin Rhonda McFleder und Prof. Chi Wang Ip arbeiten mit Unterstützung des Manfred Moggert-Kemper-Präventionspreises der Parkinson Stiftung an einer mRNA-Impfung gegen die Parkinson-Krankheit. © UKHD / UKW (Collage mit Canva)
Impfung gegen Parkinson? Würzburger Forscher arbeiten an neuem mRNA-Ansatz
100.000 Euro Förderung für ein Forschungsprojekt am Universitätsklinikum Würzburg. Eine neuartige mRNA-Impfstrategie soll langfristig helfen, Nervenzellen vor Parkinson-bedingten Schäden zu schützen.
Würzburg. Könnte eine Impfung eines Tages vor der Parkinson-Krankheit schützen? Dieser Frage gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg nach.
Das Forschungsprojekt wurde von der Parkinson Stiftung mit dem erstmals vergebenen Manfred Moggert-Kemper-Präventionspreis ausgezeichnet. Die Förderung beträgt 100.000 Euro.
An dem Projekt beteiligt sind Prof. Dr. Chi Wang Ip und Juniorprofessorin Dr. Rhonda McFleder vom Universitätsklinikum Würzburg sowie Prof. Dr. Mathias Munschauer vom Universitätsklinikum Heidelberg.
Das Immunsystem gezielt beeinflussen
Anders als bei klassischen Impfungen gegen Infektionskrankheiten soll die geplante mRNA-Impfung das Immunsystem nicht zu einer stärkeren Abwehrreaktion anregen.
Stattdessen wollen die Forschenden erreichen, dass bestimmte schädliche Immunreaktionen unterdrückt werden.
Im Mittelpunkt steht das körpereigene Protein Alpha-Synuclein, das bei Parkinson eine wichtige Rolle spielt. Veränderungen dieses Proteins können mit Entzündungsreaktionen im Gehirn verbunden sein, die wiederum Nervenzellen schädigen.
Die neue Impfstrategie soll das Immunsystem dazu bringen, bestimmte Formen dieses Proteins zu tolerieren.
Erste Erfolge im Mausmodell
In bisherigen Untersuchungen mit Mäusen konnte das Forschungsteam bereits zeigen, dass eine speziell entwickelte mRNA-Behandlung dopaminproduzierende Nervenzellen teilweise schützen kann.
Außerdem wurden bestimmte Entzündungsreaktionen im Gehirn verringert.
Allerdings gelang es nicht, sämtliche Nervenzellen vor Schäden zu bewahren.
Deshalb wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun noch früher ansetzen – möglichst bevor die Erkrankung zu dauerhaften Schäden und sichtbaren Symptomen führt.
Parkinson möglichst verhindern, bevor Symptome auftreten
Parkinson gehört zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Dabei gehen unter anderem Nervenzellen verloren, die den Botenstoff Dopamin produzieren.
Typische Folgen sind verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit und Zittern.
Mit der Förderung der Parkinson Stiftung soll die Zusammensetzung des mRNA-Impfstoffs weiterentwickelt und in zwei unterschiedlichen Mausmodellen untersucht werden.
Langfristig möchten die Forschenden auch herausfinden, wie Menschen mit einem erhöhten Parkinson-Risiko möglichst früh erkannt werden könnten.
Noch keine Impfung für Menschen verfügbar
So vielversprechend der Forschungsansatz ist: Bis zu einer möglichen Anwendung beim Menschen ist es noch ein weiter Weg.
Bislang handelt es sich um präklinische Forschung. Ob die neue mRNA-Strategie tatsächlich vor Parkinson schützen kann und ob sie beim Menschen sicher und wirksam wäre, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Die Förderung soll dazu beitragen, die wissenschaftlichen Grundlagen für eine mögliche spätere Präventionsbehandlung zu schaffen.
Quelle: Universitätsklinikum Würzburg / Parkinson Stiftung, Pressemitteilung 2026

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