Schweinfurter Fernwärme: Weniger Verluste, neue Energiequellen -Stadtwerke und THWS forschen
Bildquelle: Hannah Balling, Stadtwerke Schweinfurt GmbH
Im Bild die Projektpartner von DekaHEAT beim Jahrestreffen 2026 in Schweinfurt (v. l. n. r.): Andreas Göb (Stadtwerke Schweinfurt), Prof. Dr.-Ing. Miguel Gonzalez-Salazar (THWS), Marcel Behr (Stadtwerke Schweinfurt), Fabian Büttner (THWS) und Maximilian Frauenhofer (Stadtwerke Schweinfurt). Nicht im Bild: Verena Jetzinger (THWS) sowie Dr.-Ing. Pascal Koschwitz (AGFW).
Fernwärme in Schweinfurt: Stadtwerke und THWS forschen an weniger Wärmeverlusten und neuen Energiequellen
Weniger Wärmeverluste, Wärmepumpen und sogar Abwärme aus Rechenzentren: Die Stadtwerke Schweinfurt und die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) untersuchen gemeinsam, wie die Fernwärme künftig klimafreundlicher und effizienter werden kann. Erste Ergebnisse des Forschungsprojekts DekaHEAT machen Hoffnung.
Bis zu 21 Prozent weniger Wärmeverluste möglich
Beim Jahresprojekttreffen in Schweinfurt stellten die Projektpartner ihre bisherigen Forschungsergebnisse vor.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die künftig viele Städte beschäftigen dürfte: Wie lassen sich bestehende Fernwärmenetze klimaneutral betreiben, ohne sie vollständig neu bauen zu müssen?
Dazu untersucht das Projekt DekaHEAT drei Ansätze: niedrigere Betriebstemperaturen, die Gruppierung von Verbrauchern nach ihrem Wärmebedarf und den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen.
Die Forschenden analysierten dafür unter anderem das Schweinfurter Fernwärmenetz und die unterschiedlichen Temperaturanforderungen der angeschlossenen Gebäude.
Für zwei Netzgebiete wurden temperaturabhängige Betriebsmodelle untersucht. Im Winter könnte die Vorlauftemperatur dabei um bis zu 35 Kelvin abgesenkt werden, im Sommer entsprechend weniger.
Das Ergebnis der Berechnungen: Die jährlichen Wärmeverluste könnten um etwa 16 bis 21 Prozent sinken.
Rechenzentren könnten künftig Wärme liefern
Besonders interessant ist die Frage, welche zusätzlichen Wärmequellen für das Fernwärmenetz genutzt werden könnten.
Untersucht wurden unter anderem Flusswasser, Abwasser und die Abwärme von Rechenzentren.
Gerade Rechenzentren produzieren das ganze Jahr über Wärme, die vielerorts bislang nicht genutzt wird.
Die Simulationen der THWS zeigen, dass Wärmepumpen diese Abwärme mit einer Jahresarbeitszahl von bis zu sieben für die Fernwärme nutzbar machen könnten.
Vereinfacht bedeutet das: Aus einer Kilowattstunde Strom könnten im Jahresdurchschnitt bis zu sieben Kilowattstunden nutzbare Wärme bereitgestellt werden.
Wie effizient das tatsächlich funktioniert, hängt allerdings von der Wärmequelle, der eingesetzten Technik und den Temperaturen im Fernwärmenetz ab.
Stadtwerke sehen neue Perspektiven
Andreas Göb, Prokurist der Stadtwerke Schweinfurt GmbH, erklärt:
„Die bisherigen Ergebnisse zeigen, welches Potenzial in der intelligenten Weiterentwicklung bestehender Fernwärmenetze steckt. Für uns ist besonders wichtig, dass wir die Erkenntnisse direkt mit den Anforderungen eines realen Wärmenetzes verbinden können. Die Untersuchungen eröffnen neue Perspektiven für die Einbindung zusätzlicher Wärmequellen und stärken damit die langfristige Transformation unserer Wärmeversorgung“
Auch Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Miguel Gonzalez-Salazar von der THWS zieht eine positive Zwischenbilanz:
„Viele Stadtwerke in Deutschland stehen vor derselben Frage wie Schweinfurt: Wie wird ein bestehendes Netz klimaneutral, ohne es neu zu bauen? Unsere Ergebnisse zeigen, dass gerade das Zusammenspiel von Temperaturabsenkung und Wärmepumpen den Schlüssel liefert, etwa für die Nutzung von Rechenzentrumsabwärme. Die Methode, die wir entwickeln, ist auf andere Netze übertragbar“
Forschung mit Unterstützung des Bundes
DekaHEAT wird im Rahmen des Förderprogramms EnEffärme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.
An dem Projekt arbeiten neben Prof. Gonzalez-Salazar auch die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Verena Jetzinger und Fabian Büttner. Assoziierter Partner ist die AGFW. Die Projektbetreuung erfolgt durch Dr. Carsten Magaß vom Projektträger Jülich.
Erste Ergebnisse wurden bereits auf der IEA Heat Pump Conference 2026 in Wien vorgestellt.
Ob und in welchem Umfang die untersuchten Konzepte später im Schweinfurter Fernwärmenetz umgesetzt werden, geht aus der aktuellen Mitteilung noch nicht hervor.
Informationen für Fernwärmekunden
Fragen zur Fernwärme beantworten die Stadtwerke Schweinfurt im Kundencenter am Roßmarkt, telefonisch unter 09721 931-400 oder per E-Mail an kundenservice@stadtwerke-sw.de.
Weitere Informationen: https://www.stadtwerke-sw.de/service
Quelle/Textvorlage: Medieninformation der Stadtwerke Schweinfurt GmbH vom 26. Oktober 2026
Redaktionelle Bearbeitung: Schweinfurter Nachrichten / SW-N-TV
Bild: Hannah Balling, Stadtwerke Schweinfurt GmbH

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