Schweinfurt: Sozialangebote in Gefahr? Wohlfahrtsverbände warnen vor Sparfolgen
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| (Foto: Lisa Hammer) |
Schweinfurt: Sozialangebote in Gefahr? Wohlfahrtsverbände warnen vor Folgen der Sparmaßnahmen
Steigende Kosten, wegfallende Zuschüsse und immer mehr Menschen, die Unterstützung benötigen: Die Wohlfahrtsverbände in Schweinfurt schlagen Alarm. Bei einem gemeinsamen Treffen mit Oberbürgermeister Ralf Hofmann ging es um die Zukunft wichtiger sozialer Einrichtungen und Hilfsangebote.
Wenn das Geld knapp wird, geraten soziale Angebote unter Druck
Wie können wichtige soziale Dienste in Schweinfurt langfristig erhalten bleiben? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege am vergangenen Freitag in den Räumen des Diakonischen Werkes Schweinfurt.
Erstmals nahm auch Oberbürgermeister Ralf Hofmann an der Gesprächsrunde teil. Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Wohlfahrtsorganisationen und städtischer Einrichtungen diskutierte er über die Folgen sinkender Zuschüsse, steigender Kosten und eines wachsenden Hilfebedarfs.
Die Botschaft der Teilnehmer war deutlich: Werden freiwillige Zuschüsse gekürzt, kann das erhebliche Auswirkungen auf die soziale Versorgung haben.
Mehrgenerationenhaus: Eigenanteil von über 20 Prozent
Als Beispiel wurde das Mehrgenerationenhaus der Diakonie genannt. Dort stellen Eigenanteile von mehr als 20 Prozent bereits heute eine große finanzielle Herausforderung dar.
Die Teilnehmer warnten davor, dass weitere Einschnitte bei sozialen Angeboten Versorgungslücken verursachen könnten.
Dabei geht es nicht nur um einzelne Projekte, sondern um die grundsätzliche Frage, wie soziale Hilfen künftig finanziert werden sollen.
Auch Präventionsangebote und sozialpsychiatrische Dienste stehen unter Druck. In Würzburg mussten nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft bereits entsprechende Angebote geschlossen werden, in Kitzingen kam es zu einem Trägerwechsel.
In Schweinfurt konnte die Energieberatung der Diakonie seit Ende 2025 trotz des bestehenden Bedarfs nicht mehr fortgesetzt werden.
Kritisch diskutiert wurde außerdem das Pflegeneuordnungsgesetz. Dabei äußerten Teilnehmer die Sorge, dass die Stabilität des Versorgungssystems zunehmend gefährdet sein könnte.
Carsten Bräumer: Soziale Sicherheit wird häufig vergessen
Carsten Bräumer, Vorstand des Diakonischen Werkes Schweinfurt und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, machte deutlich, dass soziale Hilfsangebote weit mehr als reine Dienstleistungen seien.
Sie trügen wesentlich dazu bei, dass sich Menschen in Schweinfurt sicher und unterstützt fühlten.
„Je mehr Leistungen wegfallen, umso mehr steigen soziale Ängste“, erklärte Bräumer.
Während häufig über innere und äußere Sicherheit gesprochen werde, bleibe die soziale Sicherheit in der öffentlichen Diskussion oft außen vor.
Dabei sei sie für das persönliche Sicherheitsgefühl der Menschen ebenso wichtig.
Oberbürgermeister Hofmann setzt auf offenen Austausch
Oberbürgermeister Ralf Hofmann betonte die Bedeutung einer ehrlichen und direkten Zusammenarbeit.
„Wir müssen uns strukturell Gedanken machen, wie es weitergeht, und hier nicht mit angezogener Handbremse diskutieren“, erklärte Hofmann.
Probleme müssten offen angesprochen werden, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Die Vertreter der Wohlfahrtsorganisationen und der Stadt verständigten sich darauf, ihre Zusammenarbeit offen und auf Augenhöhe fortzusetzen.
Auch das Ehrenamt wurde als unverzichtbarer Bestandteil der künftigen sozialen Versorgung hervorgehoben.
Arbeitsgruppe soll konkrete Lösungen entwickeln
Damit es nicht bei Gesprächen bleibt, wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet.
Sie soll die vereinbarten Ziele in konkrete Maßnahmen übersetzen, Prioritäten festlegen und Vorschläge erarbeiten, wie soziale Dienste und Projekte langfristig stabilisiert werden können.
An der Sitzung nahmen neben Oberbürgermeister Ralf Hofmann unter anderem Vertreter der Diakonie, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, des Bayerischen Roten Kreuzes, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sowie verschiedener städtischer Sozial- und Jugendbehörden teil.
Fest steht: Die Herausforderungen sind benannt. Nun wird entscheidend sein, welche konkreten Maßnahmen daraus entstehen und wie sich wichtige soziale Angebote in Schweinfurt dauerhaft sichern lassen.
Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege Schweinfurt vom 15. Oktober 2026. Redaktionell bearbeitet von SW-N – Schweinfurter Nachrichten.

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