Schweinfurt: Pro Jahr gehen 410 Beschäftigte in Rente

 

Symbolfoto KI

NGG Unterfranken fordert abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren

Schweinfurt: Laut Berechnungen des Pestel-Instituts gehen jährlich rund 410 Beschäftigte in Rente. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten warnt vor Einschnitten bei langjährig Versicherten.

SCHWEINFURT. In den kommenden Jahren werden in Schweinfurt durchschnittlich rund 410 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen. Bis zum Jahr 2035 werden nach Berechnungen des Pestel-Instituts insgesamt rund 12.300 Menschen im Ruhestand sein. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Unterfranken, hin.

Die Gewerkschaft fordert, dass Beschäftigte nach 45 Beitragsjahren weiterhin abschlagsfrei in Rente gehen können.

Sorge vor möglichen Rentenabschlägen

Nach Beobachtung der NGG Unterfranken sorgt die geplante Rentenreform der Bundesregierung für erhebliche Verunsicherung. Besonders Beschäftigte, die kurz vor dem Erreichen von 45 Beitragsjahren stehen oder diese bereits erfüllt haben, blickten mit Sorge auf die Pläne.

„Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, erklärt Ibo Ocak, Geschäftsführer der NGG-Region Unterfranken.

Wer früh ins Berufsleben eingestiegen sei, dürfe dafür nicht bestraft werden.

„Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck sind viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine Spitzenverdiener. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Das gilt für die Menschen in der Lebensmittelproduktion ebenso wie die Beschäftigten in Bäckereien, Kantinen und Restaurants in Schweinfurt“, so Ocak.

Gewerkschaft verweist auf Rentenzahlen aus Bayern

Die NGG warnt davor, bei der Rentenreform die Lebensleistung langjährig Versicherter aus dem Blick zu verlieren.

Nach Angaben der Gewerkschaft bezogen Ende des vergangenen Jahres in Bayern knapp 945.000 Männer eine gesetzliche Altersrente. Darunter waren rund 434.200, die mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hatten.

Bei den knapp 1,2 Millionen Frauen mit gesetzlicher Altersrente waren es rund 182.500 mit mindestens 45 Beitragsjahren.

Die NGG-Region Unterfranken beruft sich bei diesen Zahlen auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

NGG lehnt höheres Renteneintrittsalter ab

Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die geplante Rentenreform sozial auszugestalten.

Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt die NGG ab.

„Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Ocak.

Für diese Beschäftigten wäre eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nach Auffassung der Gewerkschaft eine Rentenkürzung durch die Hintertür.

Kritik an geplanter Kapitalrente

Auch die geplante Kapitalrente sieht die NGG kritisch. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängen.

Darüber hinaus spricht sich die Gewerkschaft dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln.

Quelle: Pressemitteilung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Unterfranken
Redaktionelle Bearbeitung: SW-N-TV / Schweinfurter Nachrichten

Kommentare

Schweinfurt Fernsehen

📺 SW-N-TV
Genug gelesen? Jetzt gibt's Fernsehen!

Entdecke unsere eigenen Filme, Reportagen, Stadtrundgänge und Live-Übertragungen aus Schweinfurt und Mainfranken.

▶ Jetzt SW-N-TV anschauen

Spenden für unsere Arbeit

❤️

Ein Weihnachtsgeschenk für unabhängige Nachrichten

Wir berichten aus Schweinfurt und Mainfranken – unabhängig, kritisch und mit viel Herzblut. Unsere Nachrichten, Reportagen und Filme sind für euch kostenlos. Unsere Arbeit ist es leider nicht.

Mit eurer freiwilligen Unterstützung helft ihr uns, SW-N-TV und die Schweinfurter Nachrichten auch in Zukunft am Leben zu halten.

Ob kleiner oder großer Beitrag – jeder Euro hilft. Danke von Herzen!

❤️ Jetzt SW-N-TV unterstützen

Oder einfach mit dem Handy diesen QR-Code scannen:

QR-Code zur Unterstützung von SW-N-TV

Freiwillige finanzielle Unterstützung unserer journalistischen Arbeit.

Werbung

Werbung
Baufinanzierung

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sandra Grätsch zieht OB-Kandidatur zurück!

Jetzt auch noch ein rechter Professor – als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters von Schweinfurt.