Gebäudereinigung in Schweinfurt: 1.330 Beschäftigte warten auf mehr Lohn
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| Foto: IG BAU | Tobias Seifert |
IG BAU Mainfranken kritisiert Arbeitgeberangebot – nächste Tarifverhandlung am 3. November
SCHWEINFURT. Rund 1.330 Menschen arbeiten in Schweinfurt in der Gebäudereinigung. Viele von ihnen beginnen ihren Arbeitstag bereits in den frühen Morgenstunden. Doch bei den laufenden Tarifverhandlungen gibt es weiterhin keine Einigung über höhere Löhne. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Mainfranken kritisiert das bisherige Angebot der Arbeitgeber als unzureichend.
„Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur“, sagt Michael Groha, Vorsitzender der IG BAU Mainfranken.
Gewerkschaft fordert zwei Euro mehr pro Stunde
Die IG BAU verlangt eine Lohnerhöhung um zwei Euro pro Stunde. Damit würde der Stundenlohn in der Gebäudereinigung von derzeit 15 auf 17 Euro steigen.
Nach Angaben der Gewerkschaft bieten die Arbeitgeber dagegen erst ab Mai kommenden Jahres eine Erhöhung um 1,8 Prozent an. Das entspräche lediglich 27 Cent mehr pro Stunde.
„Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen“, kritisiert Groha.
„Für 40 Cent mehr stellt keine Gebäudereinigerin um drei Uhr den Wecker“
Besonders deutlich wird der Gewerkschaftsvorsitzende beim Vergleich mit dem gesetzlichen Mindestlohn.
Dieser steigt nach den Angaben der IG BAU im Januar auf 14,60 Euro pro Stunde. Der aktuelle Branchenlohn von 15 Euro läge damit nur noch 40 Cent darüber.
„Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen? Einen Job zum gesetzlichen Mindestlohn findet sie allemal auch woanders“, erklärt Groha.
Die Arbeit in der Gebäudereinigung sei körperlich anstrengend. Gleichzeitig hätten viele Unternehmen bereits heute Schwierigkeiten, ausreichend Personal zu finden.
Gewerkschaft warnt vor Abwanderung
Sollten die Arbeitgeber bei ihrer bisherigen Position bleiben, befürchtet die IG BAU, dass Beschäftigte die Branche verlassen und sich andere Arbeitsplätze suchen.
„Weigern sich die Unternehmen weiterhin hartnäckig, ein ordentliches Angebot auf den Tisch zu legen, dann werden viele Reinigungskräfte den Stecker vom Staubsauger ziehen: Sie hängen ihren Job an den Nagel und suchen sich etwas anderes“, warnt Groha.
Das könnte nach Einschätzung der Gewerkschaft auch die 16 Gebäudereinigungsunternehmen in Schweinfurt vor erhebliche Probleme stellen.
Entscheidende Tarifrunde am 3. November
Am Dienstag, 3. November 2026, treffen sich die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zur dritten Verhandlungsrunde.
Dabei soll sich zeigen, ob die Tarifparteien beim Lohn für die Beschäftigten in der Gebäudereinigung zu einer Einigung kommen.
Die Forderungen und die Kritik am Arbeitgeberangebot stammen aus der Pressemitteilung der IG BAU Mainfranken. Eine eigene Stellungnahme der Arbeitgeberseite liegt für diesen Bericht nicht vor.
Quelle: IG BAU Mainfranken
Redaktionelle Bearbeitung: Schweinfurter Nachrichten / SW-N-TV

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