Fledermäuse willkommen: 19 Auszeichnungen im Landkreis Schweinfurt



 Im Bild: Landrat Florian Töpper (mittig) übergab gemeinsam mit Philipp Keller (1. von rechts, Leitung Untere Naturschutzbehörde/Landratsamt Schweinfurt) kürzlich die Plakette „Fledermäuse willkommen“ an engagierte Privatpersonen und Institutionen aus dem Landkreis Schweinfurt. An der Veranstaltung nahmen ebenso Claudia Beyer (Regierung von Unterfranken/Höhere Naturschutzbehörde) sowie Matthias Hammer (Koordinationsstelle für den Fledermausschutz in Nordbayern im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU)) teil.

Foto: Melina Bosbach-Nemeth/LRASW

Fledermäuse willkommen! 19 Auszeichnungen für tierfreundliche Bürger im Landkreis Schweinfurt 🦇

LANDKREIS SCHWEINFURT. Sie kommen nachts, hängen tagsüber gerne kopfüber herum und brauchen keine Mietverträge: Fledermäuse! Doch die kleinen Flugakrobaten haben zunehmend Schwierigkeiten, geeignete Quartiere zu finden. Im Landkreis Schweinfurt gibt es Menschen und Einrichtungen, die ihnen ein Zuhause erhalten. Dafür wurden jetzt 19 Privatpersonen und Institutionen mit der Auszeichnung „Fledermäuse willkommen“ gewürdigt.

Wenn Fledermäuse plötzlich wohnungslos werden

Fledermäuse leben oft näher bei uns, als wir denken. Sie verstecken sich hinter Fensterläden, unter Fassadenverkleidungen oder in kleinen Spalten von Gebäuden. Auch Kirchen, Scheunen, Brücken und Keller dienen ihnen als Quartiere.

Doch was für Hausbesitzer eine gelungene Sanierung ist, kann für Fledermäuse zum Problem werden. Werden Ritzen und Hohlräume verschlossen, verschwinden häufig auch ihre bisherigen Unterschlupfmöglichkeiten.

Hinzu kommt der Rückgang der Insekten, von denen sich die Tiere ernähren.

Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland sind bereits vier der 24 heimischen Fledermausarten vom Aussterben bedroht.

Eine Plakette für den Fledermausschutz

Um auf die Probleme aufmerksam zu machen, hat das Bayerische Landesamt für Umwelt bereits 2005 die Aktion „Fledermäuse willkommen“ ins Leben gerufen.

Mit einer Plakette können Hausbesitzer und Institutionen zeigen, dass sie sich für den Erhalt von Fledermausquartieren einsetzen.

Bei der offiziellen Übergabe im Landratsamt Schweinfurt bedankte sich Landrat Florian Töpper bei den Geehrten:

„Ihr Engagement steht beispielhaft dafür, wie Umweltschutz ganz konkret vor der eigenen Haustür aussehen kann. Denn: Sie tragen entscheidend dazu bei, dass eine für unser Ökosystem bedeutsame Art wie die Fledermaus erhalten bleibt. Vielen Dank für Ihren Einsatz“

Diese Fledermausquartiere wurden ausgezeichnet

Im Rahmen der offiziellen Übergabe wurden unter anderem folgende Personen und Einrichtungen gewürdigt:

  • Familie Panzer, Schwebheim: Erhalt einer Wochenstube für Fledermäuse am Privathaus.

  • Autohaus Deppisch, Werneck: Erhalt einer Wochenstube für Zwergfledermäuse am Autohaus.

  • Pfarrei St. Bartholomäus Marktsteinach, Kirche Abersfeld: Erhalt einer Wochenstube für das Große Mausohr im Dachboden der Kirche.

  • Pfarrei Maria vom Rosenkranz Gerolzhofen, Kirche Frankenwinheim: Erhalt einer Wochenstube des Grauen Langohrs im Kirchendachboden.

  • Pfarrei St. Peter und Paul Oberschwarzach: Erhalt einer Wochenstube des Grauen Langohrs im Dachboden der Kirche.

  • Gemeinde Schonungen: Erhalt eines landesweit bedeutsamen Winterquartiers von Mopsfledermäusen im Wildenstallkanal in Marktsteinach.

  • Landkreis Schweinfurt: Erhalt eines bedeutenden Winterquartiers mit sieben verschiedenen Fledermausarten im Stollensystem Kronungen.

Naturschutz beginnt manchmal direkt unter dem eigenen Dach

Die ausgezeichneten Beispiele zeigen, dass Fledermausschutz nicht immer große Projekte erfordert. Manchmal reicht es schon, vorhandene Quartiere zu erhalten und bei Umbauten Rücksicht auf die tierischen Bewohner zu nehmen.

Denn auch wenn man sie tagsüber kaum zu Gesicht bekommt: Fledermäuse gehören zu unserer heimischen Tierwelt und sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems.

Und wer weiß? Vielleicht wohnt ja auch bei euch schon längst eine kleine Fledermausfamilie unter dem Dach.


Quelle: Landratsamt Schweinfurt

Redaktionell bearbeitet: Schweinfurter Nachrichten / SW-N-TV

Bildnachweis bei Verwendung des Pressefotos: Melina Bosbach-Nemeth/LRASW

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