DJK Schweinfurt kämpft gegen Finanzkrise: 54.000 Euro Minus – Hoffnung auf schwarze Zahlen ab 2028

 

Bild: Christopher Richter

Hoffnungsschimmer nach dem Finanzschock: DJK Schweinfurt blickt trotz Defizits und neuer Steuersorgen kämpferisch in die Zukunft

Schweinfurt – Das Bild, das die Vereinsführung der DJK Schweinfurt auf der jüngsten Mitgliederversammlung im voll besetzten Vereinsheim zeichnen musste, war von harten wirtschaftlichen Realitäten geprägt. Doch trotz eines dicken Minus in der Kasse und drastischer Sparmaßnahmen war vor allem eines spürbar: der feste Wille, den zweitgrößten Breitensportverein der Stadt gemeinsam aus der Krise zu steuern. „In schweren Zeiten rutscht man enger zusammen“, brachte es die Vorstandsvorsitzende Stefanie Stockinger-von Lackum vor den anwesenden Mitgliedern auf den Punkt.

Das finanzielle Tal: ein Defizit und ausbleibende Gelder

Die nackten Zahlen des Wirtschaftsberichts machten die akute Belastung deutlich. Die Kombination aus rasant steigenden Preisen bei Energie, Versicherungen und dem laufenden Unterhalt sowie sinkenden und stark verzögerten Zuschüssen hinterließ tiefe Spuren. Da die Stadt Schweinfurt aufgrund einer Haushaltskrise Sportzuschüsse blockieren oder spürbar kürzen musste, geriet der Verein in eine akute Krise.

Für das zurückliegende Jahr 2025 verbuchte der Verein ein Ergebnis von minus 54.000 Euro bei Einnahmen von 373.000 Euro und Ausgaben von 427.000 Euro. Zwar stehen derzeit noch 60.000 Euro an Zuschüssen aus, diese lassen jedoch auf sich warten. Künftig decken die Zuschüsse im schlimmsten Fall nur noch etwa 60 Prozent der ursprünglich kalkulierten Summen der Stadt ab 2027 ab. Ein zusätzliches bilanzielles Defizit von 26.622 Euro belastet die aktuelle Planung massiv.

Dass die DJK überhaupt voll handlungsfähig blieb und der Sportbetrieb im Winter gesichert werden konnte, verdankt sie einer beispiellosen Solidaritätswelle aus der eigenen Gemeinschaft: Eine großangelegte Kampagne brachte im Jahr 2026 stolze 48.000 Euro an Spenden ein – ein überlebenswichtiger Rettungsanker für den Club.

Ein eiserner Sparkurs, kulinarische Hoffnung und neue Steuersorgen

Um das Überleben des Vereins mit seinen 1.716 Mitgliedern – darunter über 800 Kinder und Jugendliche – langfristig zu sichern, verordnet der Vorstand dem Verein ein striktes Fitnessprogramm für die Finanzen. Großprojekte sind bis auf Weiteres komplett eingefroren. Gespart wird an allen Ecken und Enden: Die Reinigungsintervalle beim Putzen wurden ausgedünnt, der vereinseigene Bus abgeschafft und die Hallenbeleuchtung konsequent auf stromsparende LED-Technik umgestellt.

Gleichzeitig forderte der geistliche Beirat, Diakon Walter Ziegler, in seiner Andacht Mut zu Veränderungen ein: „Wir müssen uns zusammenraufen und offen sein für neue Ideen.“ Wo alte Einnahmequellen versiegen, werden neue Wege beschritten. Ein großer Erfolg ist hierbei bereits gelungen: Für das bisher leerstehende Vereinslokal konnte endlich ein neuer Pächter gefunden werden, der die Mitglieder künftig mit mediterraner Küche verwöhnen wird. Die Neuverpachtung soll ab 2027 als wichtige Säule Geld in die Vereinskasse spülen.

Doch am Horizont braut sich neues Ungemach zusammen, das die Sorgenfalten der Verantwortlichen wachsen lässt: Das Bundesfinanzministerium prüft derzeit eine mögliche Besteuerung von Mitgliedsbeiträgen. Sollte diese steuerliche Neuregelung tatsächlich umgesetzt werden, droht sie die mühsam kalkulierten Entlastungen direkt wieder aufzuzehren.

Ausblick: Rückkehr in die schwarzen Zahlen bis 2028

Ein zentraler und intensiv diskutierter Punkt des Abends waren die geplanten Anpassungen der Abteilungsbeiträge. Hier rechnet die Vereinsführung mit avisierten Einnahmen von rund 90.000 Euro. Die Sorge im Saal war jedoch spürbar: Rennen dem Verein die Mitglieder davon, wenn die Beiträge zu hoch angesetzt werden? Der Spagat zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und der finanziellen Belastungsgrenze von Familien bleibt eine Gratwanderung.

Die detailliert per Projektor vorgestellte Finanzprognose für die kommenden Jahre zeigt jedoch ein echtes Licht am Ende des Tunnels, sofern die Maßnahmen greifen und das neue Steuerrisiko abgewendet werden kann:

  • 2027: Für 2027 wird bei Einnahmen von 424.000 Euro (bereits inklusive der ersten Pachteinnahmen des neuen Restaurants) und Ausgaben von 430.000 Euro noch ein moderates, stark reduziertes Ergebnis von minus 6.000 Euro erwartet.

  • 2028: Im Jahr 2028 soll dann endlich die finanzielle Kehrtwende gelingen: Mit prognostizierten Einnahmen von 467.000 Euro und Ausgaben von 445.000 Euro peilt die DJK dank des Dreiklangs aus Sparprogramm, Pacht und Beitragsanpassung wieder ein positives Ergebnis von mindestens plus 20.000 Euro an.

Trotz der momentanen Durststrecke endete die Versammlung unter dem warmen Applaus der anwesenden Mitglieder mit einem deutlichen Signal der Zuversicht. Die sportliche Heimat für die 14 Abteilungen soll mit vereinten Kräften wetterfest gemacht werden.



Text und Bilder: Christopher Richter Redaktionell bearbeitet: Schweinfurter Nachrichten / SW-N-TV

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