Bad Kissingen: Gradierwerk für 3,5 Millionen Euro erneuert – ein Wahrzeichen kehrt zurück
261029 Gradierbau Eröffnung © Julia Milberger
Bad Kissingen: Gradierwerk für 3,5 Millionen Euro erneuert – ein Wahrzeichen kehrt zurück
Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist das Gradierwerk an der Unteren Saline in Bad Kissingen baulich fertiggestellt. Rund 3,5 Millionen Euro wurden in den Ersatzneubau des Nordflügels investiert. Das historische Bauwerk soll künftig wieder als Freiluftinhalatorium dienen und Gästen sowie Einheimischen neue Möglichkeiten zur Erholung bieten.
Bad Kissingen. Ein bedeutendes Stück Bad Kissinger Kurgeschichte kehrt zurück: Die Arbeiten am Gradierwerk an der Unteren Saline sind abgeschlossen. Mit dem neuen Nordflügel gewinnt das Bayerische Staatsbad eine touristische Attraktion zurück, die historische Bauweise mit modernen Aufenthaltsmöglichkeiten verbindet.
Anlässlich der Fertigstellung fand ein offizieller Termin mit geladenen Gästen statt. Unter anderem nahmen Innenstaatssekretär Sandro Kirchner, Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel, Holger Richterstetter, Leiter Hochbau am Staatlichen Bauamt Schweinfurt, sowie Sebastian Dresbach, Kurdirektor und Geschäftsführer der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH, teil.
Auch der stellvertretende Landrat Roland Limpert und Mitglieder des Bad Kissinger Stadtrats waren anwesend.
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Mehr Komfort für Besucher
Das neue Gradierwerk bietet künftig einen barrierefreien Zugang über eine Rampe sowie zusätzliche Sitz- und Liegegelegenheiten.
Auch außerhalb des Bauwerks entstehen zwischen den hölzernen Außenstreben weitere Aufenthaltsmöglichkeiten.
Durch den freigestellten nördlichen Giebel können Besucher einen Einblick in die Funktionsweise des Gradierwerks erhalten.
Im Foyer des Turms ist außerdem eine Heilwasserverkostung des Luitpoldsprudels „alt“ vorgesehen. Ein Ausstellungsraum soll im Rahmen von Führungen über die Geschichte der Anlage informieren.
Warum der Neubau notwendig wurde
Der bisherige Nordflügel wies erhebliche Schäden an den Stahlverbindungen auf. Die salzhaltige Sole hatte die verzinkten und zusätzlich beschichteten Verbindungselemente stark angegriffen.
Die Standsicherheit konnte zuletzt nur noch durch zusätzliche Sicherungsmaßnahmen gewährleistet werden. Deshalb entschied man sich für einen Ersatzneubau.
Im September und Oktober 2024 wurde der beschädigte Nordflügel zurückgebaut. Anschließend folgten umfangreiche Arbeiten an Fundamenten, Gründung und Turm.
Im November 2025 begannen die Zimmererarbeiten für den neuen Nordflügel. Ab April 2026 wurde Schwarzdornreisig eingebaut. Im weiteren Verlauf wurden unter anderem die Vordächer fertiggestellt, die Solewanne abgedichtet und die Außenanlagen hergerichtet.
Mitte September 2026 begann die Inbetriebnahmephase mit der Einregulierung des Solewassers. Im Oktober erfolgte die Bauübergabe.
Freistaat Bayern investiert rund 3,5 Millionen Euro
Bauherr und Kostenträger des Ersatzneubaus ist der Freistaat Bayern. Die Planung und Umsetzung lagen beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt.
Die Bauwerkskosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro.
Beim Neubau wurden weitgehend traditionelle Holzverbindungen verwendet. Dadurch soll die Widerstandsfähigkeit gegenüber der salzhaltigen Sole verbessert und die Lebensdauer des Bauwerks erhöht werden.
Die hölzernen Außenstreben orientieren sich am historischen Erscheinungsbild des frühen 19. Jahrhunderts.
Vom Salzgewinnungsbetrieb zum Freiluftinhalatorium
Das Gradierwerk besitzt eine lange Geschichte. Bis 1867 wurde die Anlage zur Salzgewinnung genutzt.
Nach der Einstellung der Salzproduktion wurden große Teile der ursprünglichen Gradierwerke abgebrochen. Der erhaltene Gradierbau diente anschließend als Freiluftinhalatorium.
Mit dem Ersatzneubau wird diese Tradition fortgeführt.
Stimmen zur Fertigstellung
Innenstaatssekretär Sandro Kirchner betonte bei dem offiziellen Termin die Bedeutung des Bauwerks für Bad Kissingen als traditionsreiche Kur- und Welterbestadt. Mit dem neuen Gradierbau werde das historische Erbe in die Zukunft geführt und zugleich in Gesundheit und Wohlbefinden investiert.
Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel bezeichnete das erneuerte Gradierwerk als weitere „Perle“ in der Welterbe-Kette vom Klaushof bis zum Golfplatz.
Auch Kurdirektor Sebastian Dresbach hob die touristische Bedeutung hervor:
„Mit der baulichen Fertigstellung des Gradierwerks gewinnen wir ein Stück Bad Kissinger Geschichte und zugleich eine besondere touristische Attraktion zurück.“
Betrieb noch 2026 möglich – Eröffnung zum Max-Fest 2027 geplant
Bei geeigneter Witterung soll das Gradierwerk noch in diesem Jahr bis zum Beginn der Winterruhe für Gäste und Einheimische in Betrieb sein.
Wie lange die Anlage genutzt werden kann, hängt von den Temperaturen und den Wetterbedingungen ab. Der genaue Zeitpunkt der Winterpause wird noch bekannt gegeben.
Die feierliche Eröffnung ist für das Max-Fest 2027 vorgesehen, ebenfalls unter dem Vorbehalt geeigneter Witterungsverhältnisse.
Über den weiteren Betrieb und die Eröffnung will die Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH rechtzeitig informieren.
Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen vom 29. Oktober 2026
Redaktionelle Bearbeitung: SW-N-TV / Schweinfurter Nachrichten


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