SW-N-TV war beim Christopher Street Day dabei – auch ohne Einladung. Für Sandra Grätsch bleibt nach diesem Tag vor allem eine Botschaft: Leben und leben lassen.
Schweinfurt. Bunt, laut, friedlich und selbstbewusst: Beim Christopher Street Day 2026 in Schweinfurt kamen Menschen zusammen, um für Vielfalt, Akzeptanz, Gleichberechtigung und ein respektvolles Miteinander einzustehen. Auch SW-N-TV war vor Ort – obwohl wir von der Veranstaltung im Vorfeld nichts erfahren hatten.
Eine Einladung von UFO erreichte unsere Redaktion nicht. Das ist nicht zum ersten Mal so und warum das so ist, wissen wir nicht. Doch davon wollten wir uns nicht abhalten lassen. Also haben wir uns selbst auf den Weg gemacht, uns unter die Menschen gemischt und den CSD mit der Kamera begleitet.
Ein Schweinfurt, das Farbe zeigt
Was wir dort erlebt haben, war vor allem eines: Vielfalt.
Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Lebensentwürfe, unterschiedliche Geschichten – und trotzdem das gemeinsame Gefühl, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, sein Leben frei und ohne Angst vor Ausgrenzung zu führen.
Der Christopher Street Day ist deshalb längst mehr als eine bunte Veranstaltung. Er erinnert daran, dass Rechte, Freiheit und gesellschaftliche Akzeptanz nicht selbstverständlich sind. Und dass Demokratie davon lebt, dass Menschen verschieden sein dürfen.
Sandra Grätsch: „Es berührt mich immer wieder“
Für mich, Sandra Grätsch von SW-N-TV, sind genau diese Momente der Grund, warum ich solche Veranstaltungen gerne besuche.
Mich freut die Vielfalt der Menschen. Und es berührt mich immer wieder zu sehen, dass Demokratie und ein buntes, vielfältiges Miteinander noch leben.
Gerade in Zeiten, in denen politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen härter werden, dürfen wir nicht vergessen, worauf unsere Demokratie aufgebaut ist: Menschenwürde, Freiheit, Toleranz und das Recht, anders zu sein.
Für mich ist dabei ebenso klar: Wir brauchen keinen neuen Rechtsextremismus und kein Wiedererstarken nationalsozialistischen Gedankenguts – weder unter einem alten noch unter einem neuen politischen Etikett. Meine persönliche Kritik schließt dabei ausdrücklich auch die AfD ein.
Man darf politisch streiten. Man darf unterschiedliche Auffassungen haben. Aber Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Lebensweise abzuwerten, darf niemals wieder gesellschaftliche Normalität werden.
Leben und leben lassen
Vielleicht lässt sich unser Eindruck vom CSD Schweinfurt 2026 deshalb mit einem ganz einfachen Satz zusammenfassen:
Leben und leben lassen.
Niemand muss so leben wie sein Nachbar. Niemand muss lieben wie sein Nachbar. Niemand muss dieselben Vorstellungen, denselben Glauben oder dieselbe Lebensgeschichte haben.
Eine freie Gesellschaft muss Unterschiede aushalten können – und sie darf sich sogar darüber freuen.
Der CSD in Schweinfurt hat uns gezeigt, dass es diese Menschen gibt. Menschen, die Farbe zeigen, die für ihre Rechte einstehen und die sich nicht verstecken wollen.
SW-N-TV war trotzdem dabei
Dass SW-N-TV keine Einladung erhalten hatte, war am Ende eigentlich nebensächlich. Denn Journalismus bedeutet für uns nicht, nur dort hinzugehen, wo eine Einladung im Postfach liegt.
Wir waren da. Wir haben hingeschaut. Wir haben zugehört. Und wir haben ein buntes Schweinfurt erlebt.
Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Tages: Bei allen Diskussionen und allen politischen Spannungen gibt es sie noch – die Menschen, die für Freiheit, Vielfalt und Demokratie einstehen.
Und das darf ruhig richtig bunt sein.

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