Intelligentes Wissensmanagement per Chatbot: DIG:IT-KMU und Projektpartner Clye GmbH entwickeln praxistaugliche Lösung

Wissensmanagement per Spracheingabe: Ein Chatbot sorgt mittels künstlicher Intelligenz für eine leistungsfähige und nutzerfreundliche Lösung (Illustration: THWS/Vladyslav Borysenko)


Internes Wissensmanagement wird für Unternehmen immer wichtiger: Um dafür eine nutzerfreundliche und datenschutzkonforme Lösung anzubieten, hat das Technologietransferprojekt DIG:IT-KMU der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gemeinsam mit der unterfränkischen Clye GmbH einen Chatbot

entwickelt, der auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Wie gut der Chatbot funktioniert, wurde bereits mit einem weiteren Projektpartner, der Münch GmbH, erfolgreich getestet. „Dieser Anwendungsfall steht beispielhaft für den Ansatz von DIG:IT-KMU: Technologie nicht im Labor entwickeln, sondern gemeinsam mit Unternehmen direkt in die Praxis überführen“, sagt Prof. Dr. Andreas Schiffler, Leiter des Instituts für Digital Engineering (IDEE) an der THWS.

Wichtige Informationen im firmeninternen Wiki zu finden, kostet oft wertvolle Zeit. Das soll der gemeinsam von DIG:IT-KMU und Clye GmbH entwickelte Chatbot ändern. Die Clye GmbH bringt dabei ihre Expertise in der Optimierung manueller Prozesse sowie in praxistauglichen KI-Lösungen für Bereiche wie Produktion und Lagerbestand ein. Das entwickelte System basiert auf TikiWiki, einem Open-Source-Content-Management-System für internes Wissensmanagement, und ermöglicht es Mitarbeitenden, Inhalte per einfacher Texteingabe in natürlicher Sprache zu durchsuchen und abzurufen.

KI-Schnittstelle als Schlüsseltechnologie

 

Das Herzstück der Lösung ist ein sogenannter MCP-Server (Model Context Protocol), eine intelligente Schnittstelle, die den Inhalt der TikiWiki-Datenbank automatisch extrahiert, in durchsuchbare Einheiten aufbereitet und aktuell hält, inklusive Bildern und Prozessdiagrammen. Ergänzt wird dies durch eine RAG-Komponente (Retrieval-Augmented Generation): Die KI sucht zunächst passende Inhalte und nutzt diese als Grundlage für ihre Antwort.

Die gesamte Infrastruktur wird auf Servern in der EU betrieben, sodass sensible Daten zu keinem Zeitpunkt Europa verlassen. Die Lösung erfüllt damit die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), ohne auf die Leistungsfähigkeit kommerzieller KI-Modelle verzichten zu müssen. Für Unternehmen, die weder über die Ressourcen für eine lokale KI-Infrastruktur verfügen noch Daten an außereuropäische Anbieter übermitteln möchten, bietet dieser Ansatz einen pragmatischen Mittelweg: volle Leistung bei EU-konformem Datenschutz.

Die Lösung wurde bereits erfolgreich in einer realen Unternehmensumgebung validiert. Als Testumgebung diente das TikiWiki der Münch GmbH: Der MCP-Server wurde mit dem echten Datenbestand des Unternehmens erprobt und validiert. Anforderungen aus Belegschaft und Geschäftsführung wurden durch Studierende der THWS erhoben und in die Entwicklung der Benutzeroberfläche eingebracht. Der modulare Aufbau macht die Lösung zur wiederverwendbaren Blaupause für weitere Unternehmen, die ebenfalls TikiWiki einsetzen.

„Das gemeinsame Projekt mit DIG:IT-KMU hat gezeigt, wie KI-Technologie ohne große IT-Infrastruktur sinnvoll in den Geschäftsalltag integriert werden kann. Dass wir die Lösung direkt an der Unternehmensumgebung der Münch GmbH erproben konnten, war für die Weiterentwicklung entscheidend“, betont Celal Kengel, Geschäftsführer der Clye GmbH.

Über DIG:IT-KMU

Das Projekt DIG:IT-KMU am Institut für Digital Engineering (IDEE) der THWS unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation. Die Projektleitung hat Prof. Dr.-Ing Bastian Engelmann. Durch gezielten Technologietransfer werden kleine und mittelständische Unternehmen befähigt, innovative Technologien sicher und effizient in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE Bayern 2021–2027) durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert, kofinanziert von der Europäischen Union. Weitere interessierte Unternehmen können sich jederzeit unter https://digit.kmu.bayern anschließen.

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