Pilotprojekt gestartet: Bayerische Polizei testet erweiterten Taser-Einsatz im Streifendienst
Schweinfurt. Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner hat am Montag in Schweinfurt den Startschuss für eine sechsmonatige Pilotphase zur Ausweitung des Taser-Einsatzes im Wach- und Streifendienst der Bayerischen Polizei gegeben. Ziel des Projekts ist es, die Einsatzmöglichkeiten des Distanz-Elektroimpulsgeräts (DEIG), umgangssprachlich Taser genannt, im täglichen Polizeidienst zu erproben.
Bislang werden Taser vor allem bei geschlossenen Einheiten sowie den Unterstützungskommandos (USK) eingesetzt. Im Rahmen der Pilotphase sollen nun auch größere Polizeiinspektionen Erfahrungen mit dem Einsatzmittel sammeln. Als Pilotdienststellen wurden die Polizeiinspektionen Augsburg Mitte, Regensburg Süd und Schweinfurt ausgewählt.
„Gerade bei unübersichtlichen und dynamischen Einsatzlagen kann der Taser einen entscheidenden Beitrag zur Deeskalation leisten“, erklärte Innenstaatssekretär Sandro Kirchner bei der Auftaktveranstaltung in Schweinfurt. Nach Abschluss der sechsmonatigen Testphase sollen die Ergebnisse durch eine Arbeitsgruppe umfassend ausgewertet werden.
Reaktion auf zunehmende Gewalt
Kirchner begründete die Ausweitung des Projekts mit einer steigenden Zahl aggressiver und gewalttätiger Situationen bei Polizeieinsätzen. Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte gehöre mittlerweile vielerorts zum Berufsalltag.
„Unsere Polizistinnen und Polizisten leisten täglich unter hohem persönlichem Einsatz einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Sicherheit. Deshalb ist es unsere Verantwortung, sie bestmöglich auszustatten und ihnen moderne, wirksame und möglichst schonende Einsatzmittel zur Verfügung zu stellen“, betonte Kirchner.
Mit der Pilotierung wolle die Staatsregierung die Einsatzfähigkeit und den Schutz der Beamtinnen und Beamten weiter stärken.
Hohe Deeskalationswirkung
Nach Angaben des Innenministeriums sprechen auch die bisherigen Erfahrungen für den Einsatz des Tasers. Im Jahr 2025 wurde das Gerät in Bayern in 158 Einsatzlagen eingesetzt. In 119 Fällen habe bereits die Androhung des Einsatzes ausgereicht, um die Situation zu entschärfen.
Kirchner verwies darauf, dass sich das Distanz-Elektroimpulsgerät in den vergangenen Jahren in mehreren hundert Einsätzen bewährt habe. In den meisten Fällen seien die betroffenen Angreifer durch den Taser-Einsatz unverletzt geblieben. Das Gerät leiste damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Einsatzkräften und Beteiligten.
Die Ergebnisse des Pilotprojekts sollen nach Abschluss der Testphase als Grundlage für mögliche weitere Entscheidungen über den künftigen Einsatz des Tasers im regulären Streifendienst dienen.

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