Gedankensturm im Kopf

 


Eine Glosse von Sandra Grätsch

Manchmal frage ich mich wirklich, ob mein Kopf ein schlechtes Nachrichtenportal abonniert hat – eines, das rund um die Uhr nur noch Schlagzeilen produziert, die man eigentlich gar nicht lesen will. Aber sie sind da. Und sie gehen nicht weg.



Zum Beispiel die Tatsache, dass Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist. Ja, genau das. Nicht hypothetisch, nicht als Gedankenspiel – Realität. Und ich sitze da und denke mir: Wie kann es sein, dass aus einem Volk von Millionen Menschen ausgerechnet so jemand an die Spitze gewählt wird? Ist es Lautstärke? Ist es Trotz? Oder einfach die Sehnsucht nach jemandem, der alles anders macht – egal wie?

Und während ich darüber noch den Kopf schüttle, kommt schon das nächste Thema um die Ecke: deutsche Medien und ihre beinahe panische Reaktion auf den geplanten Abzug von 5000 US-Soldaten. Als würde hier gleich die Welt untergehen, nur weil weniger amerikanische Militärfahrzeuge über deutsche Straßen rollen.

Ganz ehrlich? Wenn ich an Orte wie Ramstein Air Base oder Wiesbaden denke, frage ich mich eher, warum wir uns so sehr daran gewöhnt haben, dass fremde Streitkräfte hier dauerhaft präsent sind. Vielleicht wäre es gar nicht das schlechteste Signal, wenn sie gehen würden. Vielleicht wäre es sogar ein notwendiger Weckruf.

Europa, wach auf. Wirklich jetzt. Es kann doch nicht sein, dass wir im Jahr 2026 immer noch so tun, als könnten wir ohne die USA nicht existieren. Eigenständigkeit ist kein Risiko, sondern überfällig.

Und dann der Iran. Krieg. Eskalation. Schlagzeilen, die sich überschlagen. Iran ist nicht mehr nur ein geopolitisches Thema für Expertenrunden, sondern bittere Realität. Und was ist das Ergebnis? Mehr Unsicherheit, mehr Spannungen, mehr Chaos.

Man fragt sich unweigerlich: Was hat das alles gebracht? Eine Weltmacht, die mit aller Kraft eingreift – und am Ende bleibt ein Scherbenhaufen. Große Worte, große Militäraktionen, und dann… nichts, was die Welt besser macht. Im Gegenteil.

Ich schaue mir das an und denke: Wenn das Führung sein soll, dann läuft etwas gewaltig schief. Es wirkt wie ein Spiel mit zu hohem Einsatz und zu wenig Verantwortungsgefühl.

Und irgendwo zwischen all diesen Gedanken sitze ich da und merke, wie mich das Ganze wütend macht. Und müde. Und manchmal einfach nur sprachlos.

Vielleicht ist genau das das Problem: dass man sich an diese Absurdität fast gewöhnt. Dass man nicht mehr laut genug fragt: Was zur Hölle passiert hier eigentlich?

Ich jedenfalls werde weiter fragen. Auch wenn die Antworten selten zufriedenstellend sind.

Kommentare