Rosenmontag im fränkischen Matsch – oder: Der Winter macht noch schnell Faxen

 


Da meint man, jetzt wird’s langsam was mit dem Frühling. Die Sonne hat sich schon zweimal blicken lassen, die ersten ganz Mutigen stellen die Winterstiefel in den Keller – und dann, ausgerechnet am Rosenmontag: Schnee.

Nicht einmal romantisch. Einfach runter damit. Pünktlich wie immer. Als hätte sich der Winter gedacht: „Wenn schon närrisch, dann g’scheit.“



Im Rheinland flippen sie heute aus.  In Franken hingegen? Da geht man ganz normal in die Arbeit.

Also theoretisch.

Praktisch wacht man auf, schaut aus dem Fenster – und sieht: Schnee. Ausgerechnet jetzt. Wo man innerlich schon auf Frühling umgestellt hatte. Die Winterjacke gedanklich verabschiedet, die Sonne bestellt, vielleicht sogar schon vom ersten Bier im Straßencafé geträumt.

Stattdessen: weiß.

Und natürlich kommt dann dieser eine Gedanke, halb ironisch, halb grantig: „Na schau, hat der Trump doch recht – Klimawandel gibt’s gar nicht!“ Weil’s halt schneit. Im Februar. Als wäre das der endgültige Gegenbeweis für alles.

Wobei wir wissen: Der Klimawandel ist real. Nur dauert’s bei manchen ein bisschen länger, bis sich solche Informationen im Oberstübla sortieren. Manche Festplatten arbeiten halt gemütlich.

Aber zurück zu uns. Wir laufen hier am Rosenmontag jedenfalls nicht wie die Faschingsaffen rum. Wir sind schließlich nicht im Rheinland. Unser Faschingszug ist erst morgen. Und bis dahin – Hand aufs Herz – sind die Straßen auch wieder frei. Der Schnee ist jetzt schon mehr Matsch als Winterwunder. Ein kurzer Auftritt, dann Abgang.

Typisch fränkisch eben: kein großes Tamtam. Der Winter schaut kurz vorbei, macht ein bisschen Theater, und wir denken uns: „Ja mei.“ Morgen wird gelaufen, geschaut und gelacht – und heute geht man halt mit nassen Schuhen heim.

Vielleicht ist das die eigentliche Pointe: Während anderswo Konfetti fliegt, kriegen wir graubraunen Schneematsch. Aber wir behalten unseren Humor. Trocken, leise, ein bisschen spitz – genau richtig gewürzt.

Und irgendwann, wenn der Schnee weg ist, der Matsch getrocknet und der Frühling sich doch noch erbarmt, brauchen wir sowieso wieder einmal eine kleine Auszeit.

Bis dahin: Bleibt gelassen, bleibt fränkisch – und liebe Grüße an Euch da draußen.






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