Kommunalwahl in Schweinfurt: Was wird sich ändern? – Nichts. Aber mit Haltung!

 


Ich, Sandra Grätsch, betrachte also wieder einmal ehrfürchtig die Plakate zur Kommunalwahl in Schweinfurt. Frische Farben, geschniegelt lächelnde Gesichter – und dahinter? Nun ja. Sagen wir: bewährte Sitzmöbel des Stadtrats.

Die große Frage lautet: Was wird sich ändern?
Meine Prognose ist mutig, klar und haushaltskonform: nichts.

Denn während andere Städte vielleicht Visionen haben, haben wir immerhin einen Kassensturz. Und der fiel offenbar so gründlich aus, dass selbst das Echo im Stadtsäckel schon um Stundung bittet. Ohne Geld keine Musik – und schon gar keine neuen Ideen mit Preisschild. Man kann schließlich keinen Aufbruch finanzieren, wenn nicht einmal der Aufzug gewartet werden kann.

Das neue Oberhaupt der Stadt – wer auch immer es wird – dürfte also vor allem eines beherrschen müssen: das kunstvolle Verwalten des Mangels. Eine Disziplin, die in Schweinfurt inzwischen olympiareif ist. Goldmedaille im Sparen, Silber im Verschieben, Bronze im Prüfen von Förderanträgen, die es vielleicht 2037 geben könnte.

Und dann diese Kandidaten! Ach, diese vertrauten Gesichter. Manche sitzen so lange im Stadtrat, dass sie vermutlich noch wissen, wo früher das Faxgerät stand. Erfahrung ist ja schön und gut – aber wenn man lange genug im Kreisverkehr fährt, wird daraus noch keine neue Route.

Ich hätte mir ja neue Gesichter gewünscht. Menschen mit Ideen, Visionen, vielleicht sogar mit PowerPoint-Präsentationen, die nicht aus dem Jahr 2009 stammen. Frischer Wind! Wobei man fairerweise sagen muss: Auch frischer Wind kostet Energie – und Energie kostet bekanntlich Geld. Also bleibt es wohl bei einem lauen Lüftchen aus der Kämmerei.

Vielleicht – und das ist mein optimistischer Moment – sind die eingefahrenen Kandidaten ja tatsächlich das letzte Aufgebot. Die letzte Reserve. Die kommunalpolitische Endrunde. Menschen, die sagen: „Jetzt erst recht!“ und dabei tapfer versuchen, mit drei Büroklammern und einem Restposten Idealismus die Stadt neu zu erfinden.

Ich lasse mich überraschen. Wirklich. Vielleicht geschieht ja ein Wunder. Vielleicht entdeckt man im Rathaus doch noch eine vergessene Rücklage zwischen dem Haushaltsplan 1998 und dem Stadtjubiläum. Vielleicht wird aus „Wir prüfen das“ plötzlich ein „Wir machen das“.

Aber bis dahin bleibe ich realistisch.
Erwarten werde ich nicht viel.

Und das Schöne daran ist: Ich kann nicht enttäuscht werden.

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