Warum ich mir die Freude an neuen Technologien nicht nehmen lasse

 


Es gibt Menschen, die sehen in jeder neuen Technologie zuerst die Gefahr. Und es gibt Menschen, die sehen die Möglichkeiten. Ich gehöre seit jeher zur zweiten Gruppe.

Mein ganzes Leben lang höre ich dieselben Sätze: „Das braucht niemand.“ „Warum machst du das?“ „Das wird sich nie durchsetzen.“ Oder: „Das kostet Arbeitsplätze.“

Als ich meinen ersten Computer hatte, wurde mir erklärt, dass solche Maschinen die Arbeitswelt zerstören würden. Als ich die erste Onlinezeitung in Schweinfurt gründete, waren viele überzeugt, dass niemand Nachrichten am Bildschirm lesen wolle. Das habe keine Zukunft, hieß es.

Doch die Zukunft kam.

Schon als Jugendliche faszinierte mich alles, was mit Technik, Medien und neuen Möglichkeiten zu tun hatte. Mit 14 Jahren drehte ich meine ersten 8-mm-Filme. Später arbeitete ich mit den ersten Videokameras, dann mit HD-Technik und schließlich mit 4K. Bei jedem Entwicklungsschritt gab es Stimmen, die fragten, wer das überhaupt brauche.

Heute ist es die Künstliche Intelligenz.

Wieder gibt es Menschen, die vor allem die Risiken sehen. Wieder wird diskutiert, kritisiert und gewarnt. Natürlich muss man über Chancen und Gefahren sprechen. Das gehört zu jeder technischen Entwicklung dazu. Aber ich finde, man sollte neue Technologien kennenlernen, bevor man sie pauschal ablehnt.

Für mich ist KI kein Ersatz für Kreativität, Erfahrung oder menschliches Denken. Sie ist ein Werkzeug. So wie früher die Kamera, der Computer oder das Internet. Ein Werkzeug, das neue Möglichkeiten eröffnet und das unsere Welt verändern wird – ob wir das wollen oder nicht.

Ich habe in meinem Leben viele Dinge ausprobiert. Nicht, weil mir jemand dazu geraten hat. Oft war sogar das Gegenteil der Fall. Unterstützung gab es selten. Kritik dagegen reichlich.

Trotzdem würde ich keinen einzigen dieser Schritte bereuen.

Ich habe nie Millionen verdient mit meinen Ideen. Viele Projekte waren Experimente. Manche erfolgreich, manche weniger. Aber sie haben mir Freude gemacht. Und genau darum ging es mir immer.

Während andere darüber diskutierten, warum etwas nicht funktionieren kann, wollte ich herausfinden, was möglich ist.

Vielleicht ist das auch ein Problem unserer Zeit. Wir diskutieren oft länger über Risiken als über Chancen. Wir erklären zu schnell, warum etwas nicht geht, anstatt zu fragen, was daraus entstehen könnte.

Fortschritt wurde selten von Menschen geschaffen, die ausschließlich nach hinten geschaut haben. Er entstand durch Menschen, die neugierig geblieben sind. Durch Menschen, die bereit waren, neue Wege zu gehen, obwohl viele daran gezweifelt haben.

Diese Neugier hat mich mein ganzes Leben begleitet. Sie hat mich durch die Zeit der ersten Computer geführt, durch die Anfänge des Internets, durch die digitale Revolution und heute durch die Welt der Künstlichen Intelligenz.

Und eines weiß ich ganz sicher: Ich werde mir diese Begeisterung für Neues nicht nehmen lassen.

Denn die Welt wurde nicht von den immer Gestrigen verändert, sondern von denen, die den Mut hatten, ihre Ideen auszuprobieren.


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