Von Sandra Grätsch, Schweinfurter Nachrichten TV
Alitzheim / Landkreis Schweinfurt – Für 24 Stunden stand Bayern erneut ganz im Zeichen der Verkehrssicherheit: Beim diesjährigen Blitzmarathon kontrollierte die Polizei flächendeckend die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Auch auf der B286 bei Alitzheim war eine Messstelle eingerichtet. SW-N-TV durfte die Einsatzkräfte vor Ort begleiten – und ich war als Vertreterin von Schweinfurter Nachrichten TV mit dabei.
Schon in den frühen Morgenstunden wurde deutlich: Im Mittelpunkt des Blitzmarathons steht nicht das Bestrafen, sondern das Sensibilisieren. Die Polizei verfolgt mit der Aktion ein klares Ziel – das Bewusstsein der Menschen für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit zu schärfen. Denn trotz zahlreicher Kampagnen bleibt sie die häufigste Ursache für schwere Verkehrsunfälle.
„Es geht uns nicht darum, möglichst viele Verstöße festzustellen, sondern darum, das Verhalten nachhaltig zu verändern“, erklärte Denis Stegner von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken im Gespräch vor Ort. Gerade die Kombination aus Kontrollen und Aufklärung sei entscheidend, um langfristig Leben zu retten.
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung solcher Maßnahmen: Auch im Jahr 2025 war überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache bei schweren Verkehrsunfällen. In Unterfranken wurden dabei 683 Menschen verletzt, acht verloren ihr Leben. Diese Bilanz zeigt eindringlich, wie groß das Risiko nach wie vor ist.
Im Rahmen des Blitzmarathons 2026 waren im gesamten Regierungsbezirk Unterfranken 110 Messstellen eingerichtet. Rund 30.000 Fahrzeuge wurden kontrolliert, 525 davon waren zu schnell unterwegs. Die große Mehrheit hielt sich jedoch an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten – ein positives Signal, das die Polizei als Erfolg wertet. Besonders erfreulich war zudem das Verständnis vieler Verkehrsteilnehmer für die Kontrollen.
Dennoch gab es auch negative Ausreißer: Den traurigen Höchstwert verzeichnete ein Autofahrer auf der B469 bei Stockstadt. Statt der erlaubten 80 km/h wurde er mit 134 km/h gemessen. Neben einem Bußgeld von 320 Euro erwarten ihn ein einmonatiges Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg.
Auch an der Messstelle auf der B286 bei Alitzheim zeigte sich, wie wichtig die Präsenz der Polizei ist. Viele Fahrer reagierten sichtbar vorsichtiger, sobald sie die Kontrolle bemerkten. Genau dieser Effekt ist gewünscht: ein Umdenken im Alltag – nicht nur während eines Aktionstages.
Die Polizei macht deutlich, dass der Blitzmarathon nur ein Teil kontinuierlicher Verkehrsüberwachung ist. Kontrollen werden auch künftig stattfinden. Der Appell an alle Verkehrsteilnehmer bleibt unverändert: Geschwindigkeit anpassen, Regeln einhalten und Verantwortung übernehmen – für sich selbst und für andere.
Denn letztlich zählt nicht das Bußgeld, sondern jedes verhinderte Unglück.
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