Würzburg - Umfassende Sanierung der Leistenstraße



Umfassende Sanierung der Leistenstraße in drei Abschnitten vorgesehen – Erneuerung des Straßenbelags und Verbesserung der Fahrradwegeführung

 

Der schlechte Zustand der Leistenstraße, der vielen Anwohnern und Pendlern, die sie als westliche Einfallstraße in die Innenstadt nutzen, seit längerem Geduld und Nachsicht abverlangt, soll nun in einer umfassenden Sanierungsmaßnahme behoben werden.

Sowohl in der Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses (PUMA) als auch in der Sitzung des Interkommunalen Ausschusses stadt.land.wue (IKA) hat der Fachbereich Tiefbau und Verkehrswesen sein Vorhaben, die Sanierung der etwa 2 km langen Leistenstraße in drei planerische und haushaltärische Abschnitt zu gliedern, vorgestellt.

 

Der erste Abschnitt reicht von der Stadtgrenze zu Höchberg bis zum Wolfgang-Lenz-Weg. In diesem Abschnitt soll hauptsächlich bestandsnah saniert werden. Fahrbahn und der parallel verlaufende Gehweg werden vollständige erneuert, während die Fahrbahnführung unverändert bleibt. Die beiden sich in Abschnitt 1 befindlichen Bushaltestellen „Stadtgrenze Höchberg“ werden barrierefrei ausgebaut, in der Breite optimiert und erhalten eine Wartehalle.

Besonderen Wert wird auf den Erhalt des Baumbestandes gelegt, weshalb der neue Fahrbahnrand abgerückt von den Bäumen wiederhergestellt wird, um das Wurzelwerk nicht zu beschädigen.

Die bestehende Bushaltebucht „Schöllhammerweg“ stadteinwärts bei Hausnummer 111a kann wegen der Grundstückszufahrten nicht barrierefrei ausgestattet werden. Sie wird deshalb verschoben und an geänderter Stelle regelkonform hergestellt. Die Haltestelle stadtauswärts bleibt an der derzeitigen Stelle, sie wird ebenfalls barrierefrei ausgebaut. Neu geplant in diesem Bereich ist die Anlage einer Mittelinsel als Teil einer künftigen Querungsstelle. Weiter stadteinwärts, gegenüber Hausnummer 95, wird der etwa 35 m lange Längsparkstreifen ebenfalls Teil der Straßenerneuerung. Die Bordsteinführung wird beidseits angelegt und unter fahrdynamischen Gesichtspunkten optimiert. Ebenso wie die Straßenbeleuchtung und die Einrichtungen zur Oberflächenentwässerung. Die bestehende Fußgängerunterführung im Bereich des Wolfgang-Lenz-Weges wird im Zuge des Straßenausbaus den neuen Verhältnissen angepasst.

Für den umfassenden Vollausbau der Fahrbahn und des Gehweges sowie für die Oberflächenerneuerung des Geh- und Radweges in Abschnitt 1 werden anhand der derzeitig vorliegenden Erkenntnisse Kosten von etwa 4,3 Mio. Euro angenommen.

 

„Abschnitt 1 soll auch zeitlich der erste Abschnitt sein, dessen Baumaßnahme umgesetzt wird“, erläutert die Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Verkehrswesen, Annette Messerer, das Vorgehen. „Wir sind zuversichtlich, im Frühsommer einen Förderantrag einreichen zu können, im Vorfeld dessen wir die Anlieger noch einbinden werden. Die Ausschreibung soll noch in 2026 erfolgen, damit wir 2027 mit der Baumaßnahme beginnen können“, so Messerer zum vorgesehenen Zeitplan.

 

Der 2. Abschnitt beginnt am Wolfgang-Lenz-Weg, reicht bis zum Weg zur Neuen Welt und ist somit ca. 430 m lang. Er ist durch die nördliche Bebauung und den parallel zur Hauptstrecke liegenden Erschließungsweg geprägt. Der vorhandene Höhenunterschied zwischen den beiden Verkehrswegen wird derzeit durch eine teilweise sehr steile Böschung, auf der 18 großgewachsene Platanen stehen, abgefangen. Der Parallelweg dient neben der Erschließung der Grundstücke auch als Weg für den Fuß- und Radverkehr. Aufgrund der räumlichen Enge kommt es hier immer wieder zu Konfliktsituationen der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, betont Niklas Benz, Leiter der Fachabteilung Verkehrsmanagement.

Die notwendigen tiefbautechnischen Maßnahmen kommen hier allerdings in Konflikt mit den straßenbegleitenden Bäumen. Die teilweise sehr großen Bäume haben ihr Wurzelwerk über Jahrzehnte ausgebreitet. Die Nähe zur Fahrbahn ermöglicht es nicht, die Tiefbauarbeiten durchzuführen, ohne die Standfestigkeit der Bäume zu gefährden. Ein Gutachten stellt den Platanen noch eine Lebenserwartung von mindestens 15 Jahren in Aussicht. In enger Abstimmung mit dem Gartenamt wird deshalb untersucht, ob eine bestandsnahe und baumschonende Sanierung der Hauptfahrbahn technisch möglich ist. Ziel ist eine zeitnahe Instandsetzung. Für diese werden Kosten i.H.v. ca. 500.000 € veranschlagt.

 

Mit einer Länge von knapp 500 m erstreckt sich Abschnitt 3 von der Einmündung vom Weg zur Neuen Welt bis zur Kreuzung Mergentheimer Straße/Saalgasse und der anschließenden Ludwigsbrücke (Löwenbrücke). Er ist verkehrsplanerisch weniger geprägt vom Konflikt zwischen tiefbautechnischem Eingriff und dem Baumbestand, sondern von der Frage, wie der Radverkehr künftig geführt werden soll. Bislang endet die Führung des stadteinwärtigen Radverkehrs an der Schnittstelle von Abschnitt 2 und 3. Ab der Fußgängerampel müssen Radfahrende im Mischverkehr auf der Fahrbahn fahren. Stadtauswärts ist das Befahren des nördlichen Gehweges durch das Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ erlaubt. In der Praxis wird der nördlich gelegene Gehweg allerdings von Radfahrenden in beide Richtungen befahren, auch wenn nur die stadtauswärtige Richtung (in Schrittgeschwindigkeit) freigegeben ist. Deshalb soll im nächsten Schritt eingehend geprüft werden, ob die Radverkehrsführung der Leistenstraße, welche sich über 1,5 km und bis nach Höchberg hinein als gemeinsamer Geh- und Radweg auf der Nordseite der Straße erstreckt, auch im Abschnitt 3 realisiert werden kann. Vorgesehen ist hierfür die durchgehende Anlage eines gemeinsamen breiteren Geh- und Radweges. Die Veränderung des Straßenquerschnittes führt jedoch unweigerlich zu einer Reduzierung von Kfz-Verkehrsflächen, weshalb die Kürzung einer Fahrspur stadteinwärts verkehrsplanerisch geprüft werden soll.

Für den umfassenden Vollausbau des Straßenabschnittes werden anhand der derzeitig vorliegenden Erkenntnisse Kosten von etwa 2,8 Mio. Euro angenommen. Nach aktuellem Kenntnisstand kann erwartet werden, dass die neue Querschnittsaufteilung und die vollständige Erneuerung förderfähig sind.

 

Im PUMA erhielt der Ansatz der Einteilung in drei Bauabschnitte einstimmige Befürwortung, im IKA war es eine Bekanntgabe.

 

 

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