| Fachfirma mit Amphibienfahrzeug und Schreitbagger im Einsatz im Würzburger Schafbrunnen. Foto: Stephanie Möltner/LPV |
Naturdenkmal Schafbrunnen bekommt Hilfe
WÜRZBURG -Tümpel, Teiche und Weiher sind Hotspots der Biodiversität und unverzichtbare Elemente unserer Kulturlandschaft. Sie bieten Lebensraum für seltene Arten, dienen als Laichplätze für Amphibien und sind wichtige Trittsteine im ökologischen Netzwerk. Ein solches ist auch der Schafbrunnen am nordöstlichen Rand des Wiener Rings, zwischen schlanken Pappeln versteckt.
Ursprünglich als Tränke für Schafe angelegt, sind der historische Brunnen und die davon gespeiste Wasserfläche heute ein Rückzugsort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Doch wie viele Kleingewässer ist auch der Würzburger Schafbrunnen bedroht: Durch natürliche Verlandung oder menschliche Einflüsse wie Düngemittel verlieren diese ihre ökologische Funktion. „Gerade kleine Stillgewässer sind oft die letzten Refugien für spezialisierte Arten“, erklärt Claudia Balling, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Würzburg. „Ohne gezielte Pflege drohen sie unwiederbringlich zu verschwinden.“
Daher erhält das Naturdenkmal gezielte Hilfe vom Landschaftspflegeverband für Mensch und Natur Würzburg e.V., der Unteren Naturschutzbehörde und des Gartenamtes der Stadt Würzburg. Mit Spezialmaschinen wie Amphibienfahrzeug und Schreitbagger wird er von Sedimenten und organischem Material befreit. Die Entschlammung sorgt für:
- Erhalt der Gewässerstruktur: Die ursprüngliche Wassertiefe und -fläche wird wiederhergestellt und ist lebenswichtig für viele Arten.
- bessere Wasserqualität: Der nährstoffreiche Schlamm wird entfernt und damit die Eutrophierung gebremst.
- neue Chancen für seltene Arten: Offene Wasserflächen entstehen und dienen Amphibien als Laichplätze.
- Verjüngung der Vegetation: Pionierpflanzen finden wieder Platz, die in verlandeten Gewässern keine Chance haben.
„Der Schafbrunnen ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit relativ einfachen Mitteln wertvolle Lebensräume erhalten werden können“, freut sich die zweite Bürgermeisterin und Umweltreferentin Dr. Sandra Vorlová. „Regelmäßige und fachgerechte Pflege ist kein schädlicher Eingriff in die Natur, sondern eine Investition in ihre Zukunft.“ Die Maßnahme zeigt, dass aktiver Naturschutz auch im städtischen Raum möglich ist und - dass jeder Quadratmeter zählt.
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