Unser Spargel-Desaster mit Burgruinen-Romantik (oder so ähnlich)


Eigentlich, ganz ehrlich, liebe Freunde des gepflegten Chaos, wollte ich ja brav sein. Der Schreibtisch ächzte unter unerledigten Dingen, die To-Do-Liste drohte, sich selbstständig zu machen und auszuwandern. Aber dann kamen sie, meine beiden fellnasigen Alarmanlagen auf vier Pfoten, mit einem Blick, der mehr sagte als tausend unausgefüllte Steuererklärungen: "Wir. Müssen. Raus. Und zwar SOFORT." Wer könnte diesen Augen widerstehen? Eben. Also, zähneknirschend, die Arbeitsunterlagen zur Seite geschoben, die Leine geschnappt und abging die wilde Fahrt ins fränkische Abenteuer. Das erste Etappenziel war Röthlein, denn was wäre ein fränkischer Ausflug ohne die heiligen Stangen, den weißen Goldspargel? Dort angekommen, fühlten wir uns wie im Schlaraffenland. Es prangten Schilder mit "Frischer Spargel!", die Luft schwirrte von der Hoffnung auf ein baldiges Spargelmahl. Meine Hunde, normalerweise Meister der Disziplin (wenn Leckerlis im Spiel sind), mutierten zu aufgeregten Flummis. Nachdem wir uns mit einer beachtlichen Menge des weißen Glücks eingedeckt hatten (und ich gefühlt mein halbes Monatsgehalt los war), steuerten wir auf unser eigentliches Ziel zu: die Hallburg bei Volkach. Ich hatte diese Burg in meiner Erinnerung als einen magischen Ort abgespeichert. Ein lauschiger Garten, ein kühles Getränk, ein deftiges fränkisches Gericht und dieser unvergleichliche Blick über die Weinberge. Ach ja, die guten alten Zeiten! Die Realität holte uns dann aber schneller ein als ein schlecht gelaunter Winzer nach einer Hagelnacht. Schon von Weitem sahen wir es: Stille. Keine fröhlichen Stimmen, keine klirrenden Gläser, keine verlockenden Düfte. Stattdessen gähnende Leere und traurige Absperrbänder. Die Hallburg, mein romantisches Refugium, war immer noch geschlossen, gezeichnet vom Brand. Meine innere Romantikerin erlitt einen kleinen Herzschmerz. Die Hunde hingegen schienen die Dramatik der Situation nicht ganz zu erfassen und versuchten, die Absperrung als neues, spannendes Agility-Hindernis zu nutzen. Nun standen wir also da, mit unserem prall gefüllten Spargelkorb, vor einer Burgruine, die zwar immer noch majestätisch thronte, aber eben ohne den dazugehörigen Biergarten-Zauber. Es war ein bisschen wie ein Blind Date, bei dem das Online-Profil maßlos übertrieben hat. Die Hülle war da, aber der charmante Kern fehlte. Trotz der Enttäuschung muss ich sagen: Die Gegend um die Hallburg ist nach wie vor atemberaubend schön. Die Weinberge erstreckten sich wie grüne Teppiche bis zum Horizont, die Mainschleife glitzerte in der Sonne und selbst die geschlossene Burg hatte etwas Melancholisch-Majestätisches an sich. Wir unternahmen also einen kleinen Spaziergang rund um das Gelände, die Hunde schnüffelten interessiert an den alten Mauern (vielleicht erschnüffelten sie ja noch den Geist vergangener Bratwurstduft), und ich versuchte, mir den einstigen Trubel vorzustellen. Am Ende des Tages, zurück in den heimischen vier Wänden, mit dem köstlichen Spargel als kleinem Trostpflaster, mussten wir dann doch lachen. Unser Ausflug war vielleicht nicht ganz so verlaufen wie geplant, aber er war definitiv… denkwürdig. Wir hatten Spargel (in rauen Mengen!), wir hatten frische Luft, und wir hatten eine Burgruine aus nächster Nähe bewundern dürfen. Was will man mehr? (Okay, vielleicht einen geöffneten Biergarten, aber man kann ja nicht alles haben.) Also, liebe Freunde, lasst euch nicht entmutigen, wenn eure Reisepläne mal ins Stocken geraten. Manchmal sind es gerade die unerwarteten Wendungen, die die besten Geschichten liefern. Und wer weiß, vielleicht ist die Hallburg ja bei unserem nächsten Besuch wieder in altem Glanz erstanden. Bis dahin schwelgen wir in Erinnerungen und freuen uns auf das nächste fränkische Abenteuer (hoffentlich dann mit geöffneten Burgen!). Und jetzt, wie es sich gehört: Schaut euch unbedingt unser Video zu diesem chaotisch-charmanten Ausflug an und vergesst nicht, unsere Seite und unseren Kanal zu abonnieren, damit ihr keine unserer zukünftigen Eskapaden verpasst! Wer weiß, vielleicht verirren wir uns ja als nächstes in einen fränkischen Weinkeller… 😉















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