Montag, 7. April 2014

Ausstellung des Riesengebirgler Heimatkreises Trautenau im Rathaus Würzburg


Ausstellung des Riesengebirgler Heimatkreises Trautenau im Rathaus Würzburg

Aus Vertreibung und Versöhnung entstand eine Städtepartnerschaft

Über 12 Millionen Deutsche wurden am Ende des von Hitler-Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieges aus Osteuropa evakuiert, deportiert und ausgewiesen. Nicht nur daran erinnert die Ausstellung „Gemeinsam Brücken bauen: Vertreibung, Integration, Versöhnung“ im Foyer des Würzburger Rathauses. Wie die Heimatvertriebenen selbst schlägt auch die Ausstellung Brücken zwischen der alten und der neuen Heimat.

1956 lebten etwa 15.000 Heimatvertriebene in Würzburg, die meisten davon aus dem Sudetenland. Häufig wurden sie in der fast völlig zerstörten Stadt nicht mit offenen Armen aufgenommen. Doch sie integrierten sich schnell und bauten Würzburg mit auf. Im Jahr 1956 beschloss der Stadtrat daher, die Patenschaft für die aus Stadt und Landkreis Trautenau vertriebenen Deutschen zu übernehmen. Als Begegnungsstätte überließ Würzburg den Heimatvertriebenen die Riesengebirgsstube, „eine kulturelle Bereicherung“, wie Dr. Adolf Bauer in seinem Grußwort zur Ausstellungseröffnung sagte. Besiegelt wurde die Partnerschaft mit der Städtepartnerschaft mit dem heutigen Trutnov im Jahr 2008. Genau dieses Brückenbauen zwischen der alten und neuen Heimat, zwischen Trutnov und Würzburg, zeigt die Ausstellung „Vertreibung, Integration, Versöhnung“. Erarbeitet wurde die Ausstellung von Studenten der Julius-Maximilians-Universität im Rahmen der Lehrveranstaltung „Historisch orientiertes Projekt“ bei Professor Dr. Matthias Stickler vom Lehrstuhl für Neueste Geschichte II, und der Geschäftsführerin des Riesengebirgler Heimatkreises, Andrea Huber. Die Exponate zeigen die Geschichte der Heimatvertriebenen und „laden dazu ein, Brücken zu bauen.“ „Die Vertreibung aus den Ostgebieten hat die deutsche Nachkriegsgeschichte intensiv geprägt und geht auch heute noch alle Deutschen an“, so Professor Stickler im Rathaus. „Daher ist es mir eine große Freude, dass die Stadt Würzburg diese Ausstellung zeigt.“

Dr. Rainer Rosenbaum, Vorsitzender des Riesengebirgler Heimatkreises Trautenau, betonte dass die traumatischen Erlebnisse der Vertreibung nicht „unter den Teppich gekehrt werden“ dürften. „Nur aus der Aufarbeitung kann Versöhnung entstehen.“ Zum Abschluss gab der Heimatvertriebene Rudi Staffa ein paar Zeilen eines Gedichtes aus dem Sudetenland zum Besten. Zur Ausstellungseröffnung waren zahlreiche Mitglieder der Landsmannschaften und der Ackermann-Gemeinde, die stellvertretende Landrätin Elisabeth Schäfer, Kulturreferent Muchtar Al’Ghusain, Sozialreferent Robert Scheller und die Stadträte Heinrich Jüstel und Willi Dürrnagel gekommen.

Zu besichtigen ist „Vertreibung, Integration, Versöhnung“ im Foyer des Ratssaales, 1. Stock, bis 29. April 2014 während der Öffnungszeiten des Rathauses Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 18.00 Uhr und am Freitag von 8.00 bis 14.00 Uhr










BU: Die Ausstellung „Vertreibung, Integration, Versöhnung“ wurde von Studenten von Professor Dr. Matthias Stickler (2.v.li.) und der Geschäftsführerin des Riesengebirgler Heimatkreises Trautenau, Andrea Huber, initiiert. Links Bürgermeister Dr. Adolf Bauer, rechts der Vorsitzende des Heimatkreises, Dr. Rainer Rosenbaum. Foto: Penning-Lother

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